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Bytes and Pieces Influencer: Instagram-Stars schummeln mit falschen Zahlen

Influencer sind Menschen, die viele Follower auf Instagram haben und damit reichlich Kohle scheffeln. Je mehr Follower, desto mehr Geld lassen Firmen für Fotos mit ihren Produkten springen. Nur: Knapp ein Drittel aller Follower von Schweizer Influencern auf Instagram sind fake.

Fake-Follower sind wie Doping: Jeder weiss, dass sie existieren, aber keiner möchte so richtig darüber reden - zumindest bis jetzt. Wir, die Macherinnen und Macher von «Bytes/Pieces» - unserem neuen Hintergrund-Format, das den Leuten auch mal da auf den Zahn fühlt, wo es wehtut - haben nämlich herausgefunden: Fast jeder dritte Instagram-Follower von Schweizer Influencern ist fake! Und das behaupten wir nicht einfach, das können wir beweisen! Wen es Wunder nimmt wie genau, der führe sich bitte obiges Video zu Gemüte.

Legende: Video FOKUS: Die falschen Follower von Schweizer Instagram-Stars abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.10.2017.

Die Reaktionen sind… durchzogen

An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass die Influencer, konfrontiert mit unseren Resultaten, sehr unterschiedlich reagieren. Unser Posteingang lief über - aber lest am besten selbst.

Zoe Pastelle, Link öffnet in einem neuen Fenster (22 - 26% Fake-Follower): «Zoë Pastelle betreibt ihren Instagram-Account seit knapp vier Jahren. Ihre Followerzahl stieg dabei stetig und beträgt momentan 153'169 Follower (Stand 9. Oktober 2017). Dass sich unter ihren Followern ‹Fake-Follower› befinden, ist uns bewusst und unumgänglich. Auf Instagram kann grundsätzlich jeder jedem folgen, zudem gibt es keine Limitierung an Konten. Alle Personen mit einer gewissen Reichweite haben mit diesem Problem zu kämpfen. Zoë Pastelle distanziert sich klar von jeglichen Followerkäufen oder ‹Instagram-Bots›. Ausserdem weist sie ihren Kunden die Statistiken bzgl. Reichweite, Alter & Standort transparent aus.»

Sylwina, Link öffnet in einem neuen Fenster (39 - 45% Fake-Follower): «Ich bin seit vielen Jahren aktiv auf Instagram. Die Tatsache, dass sich in dieser Zeit unter diese unüberschaubare Anzahl Followers auch Ghost-Profile mischen, kann ich nicht vermeiden. Für mich ist einzig und allein die Grösse meiner Community in der Schweiz ausschlaggebend. Der substanzielle Anteil meiner Community ist aus der Schweiz, dies kann ich mit Statistiken belegen, und für diese Community kreiere ich meinen Content. Für mich ist einzig der tägliche Austausch mit eben dieser Community (Likes, Comments, Story-Views, Engagement) relevant. Betreffend Ghost- /-Fake Profilen wäre es schön, wenn Instagram die Hürde zur Eröffnung eines Accounts erhöhen würde, und alle Profile verifiziert wären. Dann gäbe es solche Thematiken nicht mehr und es würde generell mehr Klarheit herrschen. Dies wäre im Interesse aller Beteiligten. Ebenso soll gesponserter Content klar als solcher deklariert sein.»

Raffas Plastic Life, Link öffnet in einem neuen Fenster (4 - 6% Fake-Follower): «Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie es möglich ist, dass 4% von meinen Instagram Followers fake sein können. Ich hab nie Followers gekauft und brauche es auch nicht zu tun.»

Zekis World, Link öffnet in einem neuen Fenster (19 - 23% Fake-Follower): «Wer sich mit Instagram auskennt, der weiss, dass in den letzten Jahren die automatisierte Spam-Follower-Welle zugenommen hat. Man kann den Zugang dieser Fake-Bots auf die eigene Seite nicht verhindern, was Instagram in dieser Hinsicht unattraktiv macht. Mein Account ist leider ebenfalls befallen, weswegen ich seit Monaten auf eine Lösung seitens Instagram warte. Ich selbst habe nie Fake-Follower gekauft und werde dies auch in Zukunft nicht tun.»

Anja Zeidler, Link öffnet in einem neuen Fenster (22 - 28% Fake-Follower): «Ich habe keine gekauften Follower und habe auch nicht vor, welche zu kaufen. Mein Profil ist verifiziert und die Followerzahl weist ein organisches Wachstum auf. Ich kann leider nicht ausschliessen, dass mir Fake-Bots folgen. Ich habe Instagram diesbezüglich kontaktiert, aber leider keine Antwort erhalten. Meine Community ist sehr aktiv und schätzt meine täglich motivierenden Beiträge sehr. Ich setze auf hochwertige Beiträge und nehme mir schon seit Jahren sehr viel Zeit dafür.»

Andere «Influencer» waren weniger erfreut. Zwei haben ihren Instagram-Account deaktiviert, weitere haben ihn auf privat gestellt und wieder andere haben SRF mit rechtlichen Schritten gedroht.

Von den angefragten Firmen, die mit einigen der Influencern zusammenarbeiten, wollte niemand Stellung nehmen.

Legende: Video FOKUS: Studio-Gespräch mit Timo Grossenbacher abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.10.2017.

Wer ist schuld?

Dass Fake-Follower aus bisher ungeklärten Gründen auch «unaufgefordert» - sprich: ungekauft - Profilen mit vielen echten Followern folgen, ist ein bekanntes Phänomen und erklärt, warum alle Influencer auf unserer Liste zumindest einen kleinen Anteil Fake-Follower haben. Die grossen Unterschiede bezüglich fake Follower-Anzahl lässt jedoch kaum einen anderen Schluss zu, als dass in einigen Fällen eben doch Follower gekauft wurden. Wer diese gekauft hat, das können wir aber nicht beweisen - noch nicht...

Die untersuchten Influencer in der Übersicht

4 Kommentare

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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    2) Da lobe ich mir doch "Staatliche" Medienanstalten und eine gewisse Zahl von Zeitungen. Die allerdings auch immer wieder als Plattform dienen, in dem sie solchen Leuten Präsentationsmöglichkeiten oder zumindest Nachrichten über sie bieten.
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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    1) Es geht halt sehr vielen nur um EINES, mit Selbstdarstellung und ohne Leistung Chöle schufle, chöle schufle, chille, Ferie flüge, mit leicht verdientem Geld Party mache, vög.. was grad chunt. Aber etwas seriöses leisten, das der Gemeinschaft hilft. Bei diesen Selbstdarstellern Fehlanzeige. Und die Medien unterstützen das, sonst müssten sie ja auch seriöse Arbeit abliefern um sich zu rechtfertigen.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Welche Idioten nehmen überhaupt "Freundschaftsanfragen" von Personen an die sie nicht kennen? Was soll mir dann eine "Supertusse" im FB oder Instagram bringen, die ich eh nie persönlich treffen werde? Um vor Freunden damit anzugeben? Wer dann mir Werbung und Spam überhäuft wird darf sich darüber nicht wundern... Schöne Scheinwelt. Langsam wird mir klar, warum es immer irrer zu und her geht.
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    1. Antwort von Leo Nauber (leo999)
      Grad kürzlich hat mir einer erzählt, wie er so statt ins Puff, wo es viel koste, gelegentlich dann halt eine Gratisnacht bei einer, ich ZITIERE, es sind nicht meine Worte, ich zitiere nur, "Angeberschlampe eine heisse Nacht geniessen kann, zwar sehr sehr selten, aber es kommt schon 2-3 mal pro Jahr vor". Und solche Gelegenheiten "muss man nutzen". Egal wie hoch der Preis dann ggf. doch noch ausfallen wird.
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