4 Gründe, warum Wacken sowas von vorbei ist

Wacken ist ein herziges Dörflein in Norddeutschland. Vom 30.7. bis 1.8. wird es wieder von rund 85'000 Metalfans heimgesucht - am Wacken Open Air. Wacken ist Kult – oder war es zumindest mal. Viele richtige Metalfans fahren nicht mehr hin.

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Bildlegende: Wacken Was ist nur mit dir passiert? SRF

1. Das Line Up hat komische Namen drin

Das Wacken Open Air hat jedes Jahr ein bombastisches Line-up. Da ist für jeden Fan von harter Gitarrenmusik etwas dabei.

Dann gibt es da noch die Ausreisser. Die Acts, die irgendwie nicht richtig passen. Das sind zum Beispiel die bayrische Lederhosenkombo «Blechblosn». Oder vor zwei Jahren Heino, der mit Rammstein auftrat. Aber zu diesen Acts können eben auch Menschen, die mit Metal eigentlich nicht so viel anfangen können, mit erhobener Pommesgabel (die gehörnte Hand; mit erhobenem Zeige- und kleinem Finger) „Waackööön“-grölendüber über die Wiese rennen.

Und: In den zahlreichen Festzelten kann man auch zu Techno und Hitparadenmucke abhotten. Das ist mal Metal - da gefriert einem das Blut in den Adern.

2. Abzocke

Wer nach Wacken fährt, muss das grosse Portemonnaie einpacken. Die Organisatoren, Dorfbewohner und Ladenbesitzer versuchen aus allem Profit rauszuhauen. Geht man zu Fuss ins Dorf zum Einkaufen lachen einen Fruchtstände am Wegesrande an...die Wassermelonen für 15 Euro anbieten. Nein, keine Wassermelonen-Plantage. Sondern eine Frucht!

3. Ist es ein Metalfestival oder ist es Fasnacht?!

Wacken ist eine Mischung aus Ballermann, Karneval und Oktoberfest geworden: Männer in Bärenkostümen, Borat-Tanga und Trinkhelmen schleppen minderjährige Mädels ab, die nur mit Hasenohren bekleidet sind. So wie an jedem Festival, richtig. Warum nervt’s in Wacken?

Ganz einfach: Weil es zu viele sind. Zu. Viele. Man fühlt sich als Musikfan, der wegen der Bands und Konzerten da ist leicht verarscht, wenn überall Fasnacht ist.

4. Medien und ihre die-sind-ja-alle-gar-nicht-böse-Reportagen

Jedes Jahr stehen sie mit ihren Fotoapparaten und Videokameras bereit, wenn die grössten und furchterregend aussehendsten Hunnen von Metalheads mit ihren langen Haaren und finsteren Blicken das Wackengelände beschreiten.

Zeitungs- und Fernsehjournalisten greifen sich diese, um nach zwei Fragen einmal mehr erstaunt festzustellen: Die sind ja alle ganz lieb, die bösen Metalheads. Und Wacken ist das friedlichste Festival der Welt!

(Wenn die nervigen Verkleideten mit dem 24h-Schlagerzelt nebenan nicht wären, wär' es das tatsächlich.)

Fazit

Wacken macht Spass. Wacken muss man mal gesehen haben, wenn man diese Art von Musik mag. Aber es gibt weitaus bessere, schönere und lohnenswertere Metalfestivals in Europa. Und zwar diese hier.

Alternative, gefällig?

Diese 3 Festivals hier sind besser als das Wacken. Und näher.