«Zürich Openair, ihr verdammten Amateure!»

Liebes Zürich Openair. Wir lieben dich. Ja, wirklich! Du hast eines der besten Line-ups, du bist futuristisch und charmant durchgestylt, und du bist gegen Schlamm gewappnet, wie kaum ein anderes Festival. Aber zum Start hast du kläglich versagt. Die Besucher wollen dir fadegrad eine reinhauen.

«Es ist das am schlechtesten organisierte Festival», motzt Barkeeper Shane laut, der eigentlich vor allen Besuchern hätte auf dem Gelände sein sollen. «Wir hatten einen Termin, um unseren Betrieb zu übernehmen, aber am Eingang schlug alles fehl», sagt er und verdreht die Augen.

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Das Desaster am Eingang

Türöffnung war offiziell um 15:00 Uhr – Konzertbeginn um 16:00 Uhr. Doch weit verfehlt: Die ersten Besucher standen um 16:20 Uhr noch immer vor einer verschlossenen Rostparade. «Ich kam erst um 16:30 Uhr auf das Gelände. Die erste Band hat aber schon begonnen», nervt sich Bartin über die Zeitverzögerung.

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«  Es ist richtig beschissen! Das Konzert von YOKKO ist super, aber ich stehe mit gerade mal 40 Leuten hier. »

Hannes

Grund für dieses Chaos: «Es hatte fünf Türen, aber drei davon wollen sie erst am Abend öffnen», echauffiert sich Julia. «Jeder, egal ob er campen wollte oder nicht, musste durch den Campingplatz», erklärt Brian weiter. «Da durfte man dann nochmals warten, bis alle Taschen duchsucht waren», sagt er und schüttelt den Kopf.

«  Dass ich als Zürcher, der nicht einmal hier schläft, durch den Zeltplatz rein muss, ist absolut verschissen! »

Bartin

Als Trost wurde dem verärgerten Publikum vor Einlass immerhin Wasser serviert. Beim zweiten Eingang dann aber wieder weggenommen.

Das Festival macht auf Baustelle

War das Publikum erst einmal durch die Pforten gelangt, befand es sich bereits im nächsten Hexenkessel. Das Festival war noch überhaupt nicht bereit für Besuch.

«  Überall waren sie noch am Bauen, und ihre Ware lag herum. »

Bartin

Eine andere Besucherin klagt über das Cashless-System, welches noch nicht einsatzbereit war: «Du kaufst Nachos und willst mit diesem Teil hier bezahlen, dann geht es nicht einmal und du musst bar bezahlen», beginnt sie und lacht ironisch. «Du hast natürlich aber gar kein Bargeld mehr, weil du ja alles auf diesen Chip geladen hast. Von A-Z eine Scheisse hier», haut sie auf den Tisch.

Wir sind auch irritiert

Nachdem wir diese empörten Menschen zu Wort haben kommen lassen, wollten wir uns selbst nochmals ein Bild von alledem während einer Essenspause machen.

Das Fazit: Beim ersten Stand wurden wir abgewimmelt, weil das Cashless-Gerät noch nicht mit Strom versorgt war, und die Menschen klagten über fehlende Sitzgelegenheiten.

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Nun gut. Immerhin gönnten wir uns danach noch ein kühles Bier an der Bar beim Medienzelt. Ah nein, halt. Das macht ja erst morgen auf.

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Bisher war der Organisator noch nicht für eine Stellungsnahme erreichbar.