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Kompass 5 Tipps eines Ghostwriters – so schreibst du eine Bachelorarbeit

Wer schon einmal eine wissenschaftliche Arbeit schreiben musste, weiss, wie zeitintensiv das ist. Wer noch davor steht, hat tausend Fragen. Ghostwriter Marco hat schon unzählige Arbeiten für andere verfasst und weiss deshalb, worauf es dabei ankommt.

Legende: Audio «Kompass: Ghostwriting» abspielen. Laufzeit 9:52 Minuten.
9:52 min, aus Junge Popkultur, urbanes Leben vom 17.09.2017.

Du bist im letzten Semester deines Studiums und fragst dich gerade, wie du in einem halben Jahr deine Bachelor- oder Masterarbeit schreiben sollst? Dann ist Marco B. dein Hero! Für eine Masterarbeit braucht der 32-jährige Ghostwriter nämlich nur rund zwei Wochen – ja, ich habe mich auch schlecht gefühlt.

Genau deshalb haben ihn bereits dutzende Studenten als Ghostwriter gebucht. Preis pro Seite: 90 Franken. Nicht ganz günstig und vor allem nicht sehr legal; so don't even think about it!

Fünf Jahre Gefängnis

Laut einer Mitteilung der Universität St. Gallen macht sich jeder straftbar, der Arbeiten einreicht, die er nicht selbst verfasst hat. Das erfülle den Strafbestand der Urkundenfälschung und könne mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Und da wir ja nicht wollen, dass du hinter Gittern landest, hat Ghostwriter Marco fünf Tipps für dich parat, wie du deine nächste Arbeit selbst schreibst – und sauber bleibst. Die Ratschläge klingen zwar nicht weltverändernd, aber jeder der schon einmal eine solche Arbeit geschrieben hat wird dir bestätigen: Sie sind das A und O!

  • 1. Die Themenwahl ist wichtiger als du denkst

    Wähle ein Thema, das du in Zukunft brauchen kannst und das dir auch nach intensiver Auseinandersetzung nicht zum Hals raus hängt. Vergiss nicht, das Thema wird dich das nächste halbe Jahr lang Tag und Nacht begleiten. Du fährst also besser damit, wenn du etwas nimmst, das dich wirklich interessiert. Auch solltest du dich versichern, dass es zu deinem Wunschthema ausreichend Literatur gibt. Sonst stehst du schnell alt da. Plane also genug Zeit für die Themenfindung ein. Dasselbe gilt für den Betreuer. Du kannst nicht wissen, wann er sich bei dir zurückmeldet und ob er dich bzw. dein Thema überhaupt betreuen möchte.

  • 2. Beginne rechtzeitig

    Für wissenschaftliche Arbeiten gilt ein essenzieller Grundsatz: Beginne früh genug! Was während des Studiums vielleicht noch auf den letzten Drücker gereicht hat, geht spätestens hier nicht mehr auf. Du musst damit rechnen, dass die Literatur, die du dir wünschst, nicht immer verfügbar sein wird. Genau diese Warzeiten können deine Recherche- bzw. Literaturarbeit und somit deine ganze wissenschaftliche Arbeit verzögern. Ausserdem solltest du möglichst frühzeitig Termine mit deiner Betreuungsperson festlegen. Sie kann dir sagen, ob du auf dem richtigen Weg bist. Und das willst du ja nicht zu spät herausfinden, oder?!

  • 3. Talk about it

    Ob du's glaubst oder nicht: Die regelmässigen Besprechungen mit dem Dozenten lohnen sich. Wirklich. Am Besten schickst du ihm stets Teile der Arbeit im Voraus, damit du weisst, ob du dich auf dem richtigen Weg befindest. Sei offen und ehrlich und trau dich, ihm deine noch so peinlichen Fragen zu stellen. Er wird dafür bezahlt und wie sagt man so schön: Dumme Fragen gibt es keine. Dumm ist nur, wer nicht fragt...

  • 4. In allen Phasen mehr Zeit einplanen

    Das Timing ist entscheidend. Technische Pannen, Weinkrämpfe, das Googeln nach Alternativjobs und Nachtschichten gehören dazu. Believe me. Aber wenn du für alle Phasen der Arbeit genug Zeit einplanst, liegen Verzögerungen mehr oder weniger "stressfrei" drin und es ist am Schluss möglich, die Arbeit noch von weiteren Personen gegenlesen zu lassen.

  • 5. Die Struktur

    Man kann es nicht oft genug sagen: Struktur und Ordnung sind neben der Zeitplanung dein Freund und Helfer; gerade bei der Quellensammlung. Eine von Anfang an gut strukturierte Quellensammlung wird dir am Ende beim Literaturverzeichnis viel Arbeit ersparen. Hier empfiehlt sich auch das Arbeiten mit einer Formatvorlage, auch wenn diese zunächst einmal mehr Arbeit machen – es lohnt sich! Denn diese erlauben dir später ganz leicht wichtige Layout-Änderungen vorzunehmen.

    Man kann es nicht oft genug sagen: Struktur und Ordnung sind neben der Zeitplanung dein Freund und Helfer; gerade bei der Quellensammlung. Eine von Anfang an gut strukturierte Quellensammlung wird dir am Ende beim Literaturverzeichnis viel Arbeit ersparen. Hier empfiehlt sich auch das Arbeiten mit einer Formatvorlage, auch wenn diese zunächst einmal mehr Arbeit machen – es lohnt sich! Denn diese erlauben dir später ganz leicht wichtige Layout-Änderungen vorzunehmen.

Zu guter Letzt: Lass dich von all den Vorgaben, Erwartungshaltungen oder Gesprächen mit Komilitonen nicht einschüchtern. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und drum ist's völlig normal, dass du dich zwischendurch überfordert fühlst. Gönne dir deshalb immer mal wieder eine Pause und beschäftige dich mit anderen Dingen. Zum Beispiel Katzen. Oder deiner neuen Lieblingsserie. Oder Essen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    Wenn man nicht einmal mehr eine schriftliche Arbeit selbständig schreiben kann, was lernt man noch an der Uni? Schon zu meiner Studienzeit, und notabene nur eine Seklehrerausbildung an der Uni ZH, musste man Arbeiten schreiben. Und diese Ausbildung gehörte damals noch nicht zu den akademischen Titeln. Wer etwas an Intelligenz mitbringt, sollte dazu fähig sein. Wo bleibt die Selbständigkeit? Und wie viele Arbeiten schrieb man für ein Lizentiat? Viel mehr als heute mit der Bachelor usf Ausbildung
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    1. Antwort von Lars Kündig (Lars Kündig)
      Sie scheinen es zu wissen. Der Grund, dass ein Student auf einen Ghost Writer zurückgreift ist nicht die Unfähigkeit wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen, sondern oftmals Faulheit, Zeitknappheit oder ähnliches. Zudem halte ich Ihr Urteil über die heutigen Studiengänge sehr wertend, ich habe für meinen Bachelor mehrere wissenschaftliche Arbeiten pro Semester verfasst. Während dem Master genau so...
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