Einmal viral und nie mehr zurück

Wie fühlt es sich an, wenn man berühmt wird durch ein Video, das viral gegangen ist? Wenn Hunderttausende, gar Millionen über ein Video lachen, in dem man selber zu sehen ist? Wie hält man das aus? Meinrad Pfister (der Mann aus dem legendären Fuchsvideo) erzählt.

Meinrad Pfister wurde zum viralen Gag.

Bildlegende: Das Internet macht sich lustig: Meinrad Pfisters Schilderung einer Begegnung mit einem Fuchs wurde zum viralen Gag. YouTube/Swissmeme TV

«Verreis! Verreis! Verreis!» Dieser Spruch ist zum Running Gag im Netz geworden. Gesagt hat ihn Meinrad Pfister. In einem Beitrag auf TeleZüri erklärt er, wie er sich gegen einen aggressiven Fuchs wehrt.

Das Video geht viral. Nicht wegen der Geschichte, die Meinrad Pfister erzählt, sondern wegen der Art und Weise. Wer nachspielt, was sich in der Vergangenheit ereignet hat, wirkt unfreiwillig komisch. Egal, wie Ernst die Situation war, verkommt sie zur Parodie, wird zum Slapstick.

Aufmerksamkeit nicht gesucht

Meinrad Pfister (Jahrgang 1954) ist in der Literatur zu Hause. Er hat die Literaturtage in Eglisau und Rapperswil auf die Beine gestellt. Man kennt ihn als Kulturstifter. Im Interview sitzt mir dann auch ein ruhiger, feiner und reflektierter Mann gegenüber, der nichts mit dem aufgekratzten Mann aus dem Fuchsvideo gemeinsam hat. Ein Mann, der die Aufmerksamkeit des Internets in dieser Form nicht gesucht hat.

Selfie mit Meinrad Pfister und Reena Thelly

Bildlegende: Sieht im echten Leben genau so aus wie im Video: Meinrad Pfister bei Reena im Interview. SRF

Kaum ist das Video online, wird er ständig angehauen: «Auf der Post, auf der Bank – ich bin auf Schritt und Tritt angesprochen worden», erzählt Pfister.

Junge wollen Selfies, Alte schimpfen

Es gebe einen Unterschied zwischen Alten und Jungen, erzählt Pfister weiter. Während er von älteren Leuten als Tierhasser abgestempelt worden ist, wollen die Jungen Selfies mit dem Internet-Star. Auf die Selfies lasse er sich gerne ein, werde er beschimpft, erkläre er in Ruhe seine Sicht der Dinge.

Pfister scheint die Geschichte, auch wenn sie ihn zu Beginn belastet hat, mit Humor zu nehmen. Er habe sich für den Humor entschieden, sagt er, denn: «Entscheiden kann man sich nur, wenn man erst reflektiert und distanziert von den Emotionen sagen kann, das und das ist Sache. Für mich war klar: Ich verkrieche mich nicht.»

Manchmal schweigt man besser

Ob das virale Video sich auf seinen Beruf ausgewirkt habe? Jein. Einige Male sei er gefragt worden, wie ein Kulturstifter so gegen Tiere sein könne. Das sei so vereinfachend und simpel, dass er nicht darauf eingehe, sagt Pfister. «Manchmal ist es besser, man schweigt.»

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