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Kompass Gibt es das «richtige» Alter, um Mutter zu werden?

In der Schweiz werden Mütter immer älter. Ist das gut – oder schlecht? Gibt es überhaupt so etwas wie ein «richtiges» Alter um Mutter zu werden? Wir vergleichen die Ansichten von Nina und Fabiana: zwei Frauen, die zu einem komplett unterschiedlichen Zeitpunkt Mütter wurden.

Legende: Audio Kompass: Gibt es das richtige Alter, um Mutter zu werden? abspielen.
8:45 min

Junges Mami

Nina (27) ist zweifache Mutter. Mit 24 Jahren wurde sie das erste Mal schwanger, vor wenigen Monaten hat sie ihr zweites Kind bekommen. Nina wusste schon als Kind, dass sie früh eine Familie gründen möchte: «Die Familie ist für mich das Wichtigste. Aber natürlich hatte ich auch Glück, so jung einen Mann zu finden, der sich das gleiche wünscht.»

Um den Anschluss nicht zu verlieren, fing Nina gleich nach der Geburt ihres ersten Kindes wieder an, in einem kleinen Pensum zu arbeiten. Nach der zweiten Geburt plant sie nun, mindestens ein Jahr zu Hause zu bleiben und danach wieder mit einem 20%-Pensum zu beginnen.

«Ich möchte für die Kinder da sein, solange sie noch klein sind», meint Nina. Dass sie durch ihre zwei Kinder in ihren jungen Jahren etwas verpasst, glaubt sie nicht. Karriere zu machen sei für sie nie ein Thema gewesen.

Reisen kann man auch mit 50 noch – und hat dann erst noch mehr Geld auf der Seite.
Autor: Nina

Weil sie schon früh wusste, dass sie eine Familie gründen will, hat Nina bereits während ihrer Lehre angefangen, Geld zu sparen. «Auch danach war ich immer sehr sparsam. Mir war wichtig, dass wir genügend Reserven haben, damit wir nie finanziellen Sorgen haben werden.»

Nina meint, dass...

Ein Porträt von dem jungen Mami Nina
Legende:ZVG
  • …junge Mamis mehr Geduld als ältere haben.
  • …man auch mit 30 oder 35 noch Karriere machen kann, wenn man möchte.
  • …man auch mit 50 Jahren Reisen kann – und dann erst noch mehr Geld dazu hat.

Älteres Mami

Fabiana (37) ist vor wenigen Monaten das erste Mal Mama geworden. Ihren heutigen Mann hat sie mit 30 Jahren kennengelernt: «Er hat dann noch studiert und wir haben die Zeit zu zweit genossen – Kinder waren da noch kein Thema», erzählt sie.

Dass sie sich diese Zeit gelassen haben, sei aber ganz gut, findet Fabiana. So konnte sie sich eine berufliche Laufbahn aufbauen und Geld verdienen.

Arbeiten möchte sie auch nach dem Mutterschaftsurlaub wieder, aber nur in einem Teilzeit-Pensum. «Ich habe immer gerne gearbeitet und ich wusste schon von Anfang an, dass ich so schnell wie möglich wieder arbeiten möchte.» Ihr sei es wichtig, dass sie ebenfalls einen finanziellen Beitrag an die Familie leisten kann. Zudem sei die Arbeit ein guter Ausgleich zum alltäglichen Mami-Sein, sagt Fabiana.

Mit 20 hatte ich ganz andere Pläne – ich wollte arbeiten, Feiern und auf Reisen gehen.
Autor: Fabiana

In ihrem Familien- und Freundeskreis war Fabiana eine der letzten, die Mami wurde. Das sei ein grosser Vorteil: «Ich bin so dankbar, dass ich Mami-Vorbilder hatte, von denen ich profitieren konnte.»

Fabiana meint, dass...

  • …ältere Mamis sich zuerst eine berufliche Laufbahn aufbauen und Geld verdienen können.
  • …man sich als junge Frau zuerst «ausleben», Party machen und Reisen kann.
  • …ältere Mamis von den Erfahrungen aus dem Umfeld profitieren können, die schon Kinder haben.

Mamis in der Schweiz

Statistik über das Alter der Mütter in der Schweiz
Legende: Alter der Mütter In der Schweiz nimmt das Alter der Mütter, wenn sie ein Kind zur Welt bringen, immer mehr zu. Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes ist 30.8 Jahre (2016). BFS

Was denkst du?

Ob nun anfang zwanzig oder doch schon Ende dreissig, die beiden Mamis Nina und Fabiana sind sich einig: Man kann in jedem Alter eine gute Mutter sein – sofern man bereit dafür ist. Was glaubst du? Welches ist das «richtige» Alter für das erste Kind? Was sind die Vorteile einer jungen, was die einer etwas älteren Mami? Kommentiere unter diesem Artikel.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Lorenor De Wilde (Lorenor)
    Stereotypen, wie in diesem Artikel, führen zu Vorurteilen und fehlerhaften Annahmen. Nur noch 7% der Mütter sind jünger als 25, womit man mit 24 Jahren doch als jung betrachten werden muss. Fast 70% der Mütter sind über 30, biologisches Optimum hin oder her. Die soziokulturellen Faktoren sind also für die Bereitschaft einer Frau, Mutter zu werden, heutzutage wichtiger. Sie darf ihr eigenes Wohl ins Zentrum stellen und muss sich nicht davor fürchten, erst mit 35 Mutter zu werden.
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  • Kommentar von Simon Suter (Simi)
    Und warum ist das ganze nur für Mütter ein Thema? Was ist mit den Vätern? Und wenn der Elternteil, der zu Hause bleibt, endlich nicht mehr so fatal von den Arbeitgebern bestraft würde, sondern es endlich genügend und nicht benachteiligende Teilzeitarbeit gäbe, wäre das Kinder-haben auch gar kein Problem mehr für Berufslaufbahn, Finanzen, ect. Solange ein hohes Alter die Gesundheit des Babies nicht beeinträchtigt, soll jede*r dann Kinder kriegen, wenns lebenslauftechnisch halt grad passt.
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  • Kommentar von Stefan Asemota (AoS)
    Zu alt ist die Mutter immer nur für die anderen. Ist ein alter Vater auch automatisch ein schlechterer Vater?
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