«Sexspielzeug kaufe ich lieber anonym im Netz»

Seit die Digitalisierung eingeschlagen ist, wie damals der Meteorit bei den Dinosauriern, hat sich vieles getan. Etwas, das seither nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken ist: das Onlineshopping. Wir haben bei euch nachgefragt, wo ihr die Vor- und Nachteile beim Online-Einkauf seht.

des Konsums

Bildlegende: Die Bunte Welt des Konsums Reuters

Mit dem Mikrofon in der Hand habe ich am Bahnhof Oerlikon in Zürich junge Leute angehauen. Ich wollte wissen, was sie warum online einkaufen - und was nicht:

PRO

  • Dezentral: «Online hat man Zugriff auf Boutiquen aus dem Ausland. Man kann Dinge kaufen, die es in der Schweiz in «normalen» Geschäften so nicht geben würde», sagt Rahel (25).
  • Grösse des Angebots: «Ich kaufe oft Alkoholika, die es hierzulande nicht gibt. Und schleppen muss man das Ganze auch nicht», erzählt Adrian (24).
  • Preis: Online kann man besser vergleichen. Zudem sind einige Gegenstände günstiger, wenn man sie online kauft: «Über meinen Vater kaufe ich oft Möbel aus Deutschland. Die holen wir dann an der Grenze ab», verrät Saskia (20).
  • Anonymität: Bei Produkten, die einem eher peinlich wären, sie im Laden zu kaufen, ist Onlineshopping ein perfektes Schlupfloch. Jemand hat in der Strassenumfrage gesagt, er/sie kaufe online immer Sexspielzeug. Diese Person möchte jedoch... nun... naja... anonym bleiben.
  • 24 Stunden möglich: Du kannst nicht schlafen in der Nacht? Kein Problem: Kaufe dir einfach deine neue Lieblingsplatte oder eine coole Jeans und - schwupps - kannst du genüsslich einschlafen. ✨

CONTRA

  • Man kann es nicht anfassen: «Gerade bezüglich Kleidern ist der Vorteil im Geschäft ganz klar: Ich kann sie anprobieren, anfassen und erhalte eine kompetente Beratung.», sagt Mario (26). Der direkte Bezug zur Ware fehlt: Das ist einer der grössten Nachteile im Onlineshopping. Onlinehändler halten neuerdings mit kostenlosen Styleberatung-Konzepten dagegen (Beispiel «Zalon» von Zalando od. «Outfittery»).
  • Unpersönlich: «Im Geschäft hat man nicht dieses Abgeschottete. Hier erhält man Beratung und hat Kundenkontakt.», sagt Laura (21).

Interessanterweise ist den meisten zu den Nachteilen von Onlineshopping nicht viel eingefallen. Darum habe ich mir erlaubt, die Liste um einige Punkte zu ergänzen:

  • Abhängig von Technik: Der Gefahr von Missbrauch wächst - im vergangenen März waren mehrere Websites von Schweizer Online-Elektronik-Händlern down. Der Grund dafür waren Hackerangriffe. Der Online-Einkauf ist also nie ganz sicher.
  • 24 Stunden möglich: Ja, dieser Punkt ist sowohl «pro» als auch «contra». Stichwort: «sip and click». Mit diesem Begriff wird Onlineshopping in betrunkenem Zustand bezeichnet. (Komm, gib es zu!). Man kauft Dinge, die man eigentlich gar nicht will und/oder kauft zu viel ein.
  • Ausbeutung von Mitarbeitern: Des Öfteren ist zu lesen, dass gewisse Onlinehändler - in den meisten Fällen sind das Grosskonzerne - ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen antreiben und unter unmenschlichen Konditionen arbeiten lassen.

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Facts & Figures

  • 2015 wurden 7.2 Mrd. CHF Umsatz im Onlinehandel erzielt. Das ist eine satte Steigerung von 7.5% im Vergleich zum Vorjahr.
  • Am meisten Umsatz brachten Heimelektronik (1.64 Mrd. CHF) und Fashion (1.38 Mrd. CHF) ein
  • Schweizer Konsumenten haben 2015 sage und schreibe 22% mehr Waren im Ausland bestellt als im Vorjahr