Studium schmeissen? Kann sich lohnen!

Was tun, wenn man an seinem Studium zweifelt? Yumi zum Beispiel hat ihr Germanistikstudium so wenig zugesagt, dass sie es abgebrochen hat. Auch Julia ist skeptisch. Ihrem neuen Studium und dem Schweizer Bildungssystem gegenüber. Zwei Geschichten.

Yumi (25) aus Basel hat ihr Studium abgebrochen für ihren Traum als Jazzmusikerin

Yumi (25) aus Basel macht eine Ausbildung zur Jazzsängerin.

Bildlegende: Yumi (25) aus Basel macht eine Ausbildung zur Jazzsängerin. Yumi

Musik begleitete Yumi schon seit sie ein kleines Kind war: Ihre beiden Eltern sind professionelle Musiker (die Mutter Opernsängerin und der Vater Konzertpianist). Nach der Matur entschied sie sich aber für ein Studium an der Universität Zürich. Der Grund dafür war Vernunft:

«  Ich wollte etwas Normales machen. Darum habe ich mich für Germanistik und Publizistik entschieden. Doch es hat sich einfach nicht richtig angefühlt. »

Yumis Weg klingt schon fast wie aus einem Buch - und das ist er quasi auch. Durch das Buch «Deepak Chopra – Die 7 Schlüssel zum Glück» wurde Yumis Liebe zur Musik so stark wie nie. Während des Lesens bekam sie das Gefühl, dass die Entscheidung, Jazzgesang an der Zürcher Hochschule der Künste zu lernen, die einzig richtige sei. Also schmiss sie ihr Germanistik- und Publizistikstudium. Dass Yumi sich tatsächlich richtig entschieden hat, scheint sich zu bewahrheiten: Gerade kürzlich ist ihr erstes Jazz-Album erschienen, und Yumi tourt damit durch die Schweiz. Die Entscheidung, ihr Unistudium abzubrechen, hat sie nie bereut.

Yumis Tipp für Studienabbrecher:

«  Ich würde abschätzen, wie realistisch ein Abbruch ist und wie meine finanzielle Lage genau aussieht. Im letzten Semester würde ich allerdings nie abbrechen. Dann sollte man noch den Biss haben, es durchzuziehen, und nachher nach Alternativen schauen. »

Julias Studium führt zu grundsätzlichen Zweifeln

Julia (20) aus Baden - studiert: Journalismus und Organisationskommunikation.

Bildlegende: Julia (20) aus Baden studiert Journalismus und Organisationskommunikation. Julia

Julia (20) ist in Baden im Kanton Aargau aufgewachsen. Dort hat sie nach der «bez» (= Bezirksschule) ein Fachhochschulstudium in Journalismus begonnen. Nach der Hürde der Aufnahmeprüfung ist es nun aber noch lange nicht geschafft. Julia kämpft etwas mit sich:

«  Das Journalismusstudium ist intensiver als so einige Unistudiengänge. Viele Studenten kommen von der Uni und finden es hier viel strenger als zuvor. »

Julias Alltag ist wie Schule. Es gibt zwar keine Präsenzpflicht, man hat aber im ersten Jahr alleine elf Prüfungen zu absolvieren. Julias zweifelt grundsätzlich: Es sei nicht (nur) das Studium an sich, das überfordernd wirke, sondern das Bildungssystem. Wie in jedem diversifizierten Ausbildungssystem seien Möglichkeiten sowohl Fluch als auch Segen:

«  Es gibt so viele Zwischenwege und Möglichkeiten, sodass man als junger Mensch masslos überfordert ist. Gleichzeitig wird von dir erwartet, dass du so schnell wie möglich durch das Bildungssystem durchgehst. »

Das «Nicht mehr Wissen, was vorne und hinten ist»-Gefühl begleitet Julia ständig. Das kann eine Stresssituation sein. Trotz ihrer Zweifel will sie allerdings fortfahren und ihren Bachelor machen. Wieso?

«  Ich will nicht mit leeren Händen dastehen. Ein Bachelorabschluss öffnet mir einfach mehr Türen.  »

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Hast du dir auch bereits mal überlegt, dein Studium abzubrechen? Oder hast du dich von Anfang an gegen ein Studium entschieden? Was war oder ist dein Weg? Erzähl uns deine Story in den Kommentaren.

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