Lo-Fi Rock aus Zürich - Great Black Waters

Perfektion ist überbewertet. Musiker sind keine Staubsaugerverkäufer. Es knarzt, es rumpelt, es holpert - es klingt unglaublich dope. «Glow, Sand & other Songs» heisst das neue Album - dicker Virusstempel gibts darauf. Niceness 10'000.

Eine vershcwommene Nahaufnahme des Gesichts eines Musikers in der linken Bildhälfte, rechts ist der Hals seiner Gitarre zu erkennen

Bildlegende: Great Black Waters Björn Magnusson aka Great Black Waters Facebook

Wir schreiben das Sternjahr 2015, und jeder Musiker kann sich für vergleichweise wenig Geld Studioequipment zusammenkaufen, welches ihn vor 20 Jahren noch bankrottiert hätte. Geschliffen und perfekt gemischte Musik, das kann man mittlerweile relativ einfach bewerkstelligen. Aber wieso?

So denkt Björn Magnusson. Seine Band «Great Black Waters» ist ein Soloprojekt, und auf seinem neuen Album «Glow, Sand & other Songs» hat er nicht nur jedes Instrument selber eingespielt, nein, er tat dies auch noch auf einer altmodischen Bandmaschine (da kann Band auch reissen - und will dann geklebt werden), und nahm dazu auch noch immer den «First Take», die erste Aufnahme der jeweiligen Spur. Für moderne Musiker ist dies mehrheitlich unvorstellbar. Man ist sich gewöhnt, alles zigmal einspielen zu können, um dann die «perfekte» Spur zu picken. Björn Magnusson findet das überbewertet. Die erste Idee ist meist die beste, und diese spontane Energie ist auf allen 13 Songs zu hören. Mit Fehlern, Ungenauigkeiten, und eben: damn viel Energie.

Live stellte er dies 1:1 unter Beweis: mit Loopstation und Amp bewaffnet steppte der 27jährige Schweizer-Schwede ins Studio, und spielte nach einem entwaffnend sympatischen Interview Livemusik die berührt, mitzieht und erregt. Ja, erregt. Musikalisch, du weisst.