Ist die Zeit der grossen TV-Serien vorbei?

Wir sind bizzli neidisch: Er hat wohl den coolsten Jobs beim Schweizer Fernsehen. Er bestimmt, was in der Flimmerkiste läuft: Stefano Semeria ist Programmleiter fürs Fernsehen beim SRF. Bei #Rehmann erzählt er, warum für ihn die guten Serien gestorben sind.

Stefano Semeria ist Programmleiter TV bei SRF.

Bildlegende: Stefano Semeria ist Programmleiter TV bei SRF. SRF Virus

Programmleiter Fernsehen beim SRF – Stefano bestimmt, welche Filme und Serien bei uns aus der Kiste flimmern. Tönt ja nach Traumjob, so einfach ist's aber nicht.

Schaut Herr Semeria den ganzen Tag fern? Hä?

Nein, Stefano Semeria und sein 30-köpfiges Team machen vor allem eins: planen.

«Die Zuschauer und Zuschauerinnen wollen Verlässlichkeit», sagt Stefano Semeria. Schreibt das Fernsehheftli 20.15 Uhr für den Blockbuster, dann muss das stimmen. Immer. 365 Tage, 24 Stunden. «Das ist Planung», sagt Semeria – und das ist auch die Schwierigkeit an seinem Job. Stefano Semerias Team muss erst auf dem Marktplatz mit dem Anbieter feilschen, Lizenzen erwerben und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Wie das geht, erklärt er im Video:

Quote, Quote, Quote

Was kauft man denn ein, um die Zuschauer bei Laune zu halten? Was läuft am besten - «Scrubs», «sportaktuell» oder «glanz & gloria»?

Stefano Semerias Antwort überrascht vielleicht: «Die Leute wollen jeden Tag die Tagesschau sehen». Information steht also an erster Stelle? Tatsächlich haben zum Beispiel am 2. Dezember 714‘000 Menschen Tagesschau geguckt. Es braucht dafür keine Schreckensnachrichten. Aber die Tagesschau ist das tägliche Date vieler Schweizer. Sie ist Routine, eine Konstante im Alltag, erklärt Stefano Semeria.

Der «Desperate Housewives»-Effekt

Nun ja, wir gucken nicht nur News, wir sind vor allem Serienjunkies. Für Stefano Semeria ist es im Moment nicht einfach, neue Serien fürs Programm auszuwählen, die so lange laufen bis keine Staffel mehr produziert wird. 2003 war das grosse Jahr der Serien mit «Desperate Housewives», «Lost» und «Dr. House». Seit diesen Überfliegern gibt es für ihn keine Serien mehr, die so lange und intensiv im Programm laufen könnten.

Es gibt keine guten Serien mehr

Was macht also eine Serie zum «next big thing»?

«Sie bieten unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Herkünften etwas für sie Relevantes.» Eine Geschichte muss also jeden ansprechen - von jung bis alt, reich bis arm, dumm bis schlau, etc.

Dass es solche Serien nicht mehr geben soll, können wir kaum glauben...Was meinst du?

Sind die guten Serien längst begraben oder fehlt Herrn Semeria einfach dein Tipp? Schreib es uns als Kommentar. Wir schwören: Wir leiten's weiter!!