Die Karriere von Dr. Dre als Film: «Straight Outta Compton»

N.W.A. ist die Abkürzung für Niggaz with Attitude und war eine Hip Hop-Crew aus Compton, ein Vorort von Los Angeles. Die Mitglieder der Crew: MC Ren, Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E und DJ Yella. Aus dem Werdegang der Crew wurde nun der Musikfilm «STRAIGHT OUTTA COMPTON» produziert.

Zum Film-Release wurde (fast) alles richtig gemacht

Mit Dr. Dre und Ice Cube als Produzenten an Bord konnte man sich auch die unzähligen N.W.A-Hits für den Film sichern. Zudem haben sich findige Werber die Idee mit dem viralen «Straight Outta»-Meme einfallen lassen. Und zu guter Letzt: Dr. Dre hat schön pünktlich zum Kinostart sein neustes Album «Compton» gedroppt.

Warum das Rezept aufgeht

Der Film ist bis jetzt der Überraschungs-Hit des Kinojahrs 2015. Die Geschichte des Gangsta-Rap-Kollektivs der ersten Stunde ist eine vom Tellerwäscher zum Milliardär-Story - also wie geschaffen fürs Kino. Der Film konzentriert sich in seinen zweieinhalb Stunden Laufzeit dann auch mehrheitlich auf diesen Teil von N.W.A - zum Glück, denn die stärksten Momente des Filmes sind immer dann, wenn es um Musik geht.

Zum Beispiel wenn Eazy-E zum ersten Mal versucht auf den Beat zu rappen, wenn Dr. Dre seiner Crew den unbekannten jungen Rapper Snoop Dogg vorstellt, und natürlich wenn die Jungs mit ihren Hits die Hallen zum Kochen bringen.

Als echte Filmbiografie scheitert der Film

Trotz einem wunderbaren Casting der Hauptfiguren mit unbekannten jungen Schauspielern, kann der Film als N.W.A-Biographie nur mässig überzeugen. Der Film ist die Version der N.W.A.-Geschichte, die Ice Cube und Dre im Kino sehen wollen.

Es überrascht darum nicht, dass die Aids-Erkrankung des verstorbenen Eazy-E in ihrem ganzen dramatisch-tragischen Ausmass gezeigt wird - die Vergangenheit von Dr. Dre mit häuslicher Gewalt dann jedoch mit keinem Wort erwähnt wird.

«Straight Outta Compton» hinterlässt dadurch leider einen fahlen Beigeschmack und zeigt einmal mehr, dass Filmbiografien am besten realisiert werden, wenn niemand der Porträtierten involviert ist. Beim Beispiel von N.W.A ist es leider umso ärgerlicher, weil beim Film sonst vieles stimmen würde.

Musikerkarrieren, die grossartig verfilmt wurden

Filmbiografien, in der Fachsprache Biopics genannt, gibt es auch ohne fahlen Beigeschmack. Hier unsere Auswahl - die wir mit deinem Tipp gerne ausbauen!

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