Neu im Kino «Dunkirk»: ein Kriegsfilm, der nicht lange fackelt

«The Dark Knight»- und «Inception»-Regisseur Christopher Nolan versucht sich in «Dunkirk» erstmals an historischem Stoff.

Video «Filmstart diese Woche: «Dunkirk»» abspielen

Filmstart diese Woche: «Dunkirk»

1:23 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 28.7.2017

Die Story:

Im Mai 1940 werden 400ʼ000 britische und französische Soldaten von der deutschen Wehrmacht in Dünkirchen eingekesselt. Sie sollen über den Ärmelkanal evakuiert werden. Der Film schildert das gigantische Unterfangen zu Land, zu Wasser und in der Luft. Ein junger Soldat (Fionn Whitehead) versucht, auf eins der rettenden Boote zu gelangen. Derweil ist ein älterer Zivilist (Mark Rylance) einem Aufruf gefolgt, mit seinem Freizeitboot von England nach Dünkirchen zu tuckern, um Soldaten zu retten. Und hoch über dem Ganzen kämpfen Jagdpiloten wie Farrier (Tom Hardy) gegen die deutschen Bomber.

Das hat funktioniert:

Es gibt kaum Dialoge, die Vorgeschichte der Filmfiguren ist unbekannt, die Nazis sind nie zu sehen, die Soundtrack-Musik hat meistens keine Melodie: Diese Reduktion geht voll auf. Deshalb fühlen wir Zuschauer uns mitten ins Geschehen geworfen. Wir werden von den Ereignissen mitgerissen und werden Teil dieses mühsamen Überlebenskampfes.

Soldaten warten in einer Schlange am Strand von Dünkirchen auf ihre Evakuierung.

Bildlegende: Alle wollen wie Tommy (Fionn Whitehead) auf ein rettendes Schiff. Warner Bros.

Das hat nicht funktioniert:

Am Schluss wird der Film etwas pathetisch. Das liegt daran, dass hier explizit ausgesprochen wird, was für eine grossartige Leistung – menschlich und logistisch – die Evakuation von über 338ʼ000 Soldaten aus Dünkirchen war. Auch die sonst hervorragende Musik von Hans Zimmer wird an dieser Stelle schwülstig. Schade.

Fazit:

«Dunkirk» ist ein überwältigender Kriegsfilm, der nicht lange fackelt und dem Publikum gar keine herzerweichenden Vorgeschichten seiner Helden liefert. Das entspricht der Situation der Soldaten, die im Chaos in Dünkirchen ihren Nebenmann meist auch nicht kennen.

Drei Soldaten sitzen am Strand.

Bildlegende: Popstar Harry Styles (links) spielt einen der Soldaten. Warner Bros.

Dieser Film ist für:

Alle Fans von Christopher Nolan, dem Regisseur der Batman-Trilogie um «The Dark Knight» (2008), des übersinnlichen Thrillers «Inception» (2010) und des philosophischen Science-Fiction-Films «Interstellar» (2014). Auch wer sich für Geschichte, insbesondere den Zweiten Weltkrieg, interessiert, kommt auf seine Rechnung. Und Harry Styles-Fans! Der Sänger, der mit One Direction berühmt wurde, spielt einen der jungen Soldaten, die in Dünkirchen auf Rettung warten.

Rating:

4 von 5 Punkten

Du möchtest mehr richtig gute Kriegsfilme und -serien schauen? Dann haben wir noch ein paar Tipps für dich:

Die Fakten

Die Fakten

Regie: Christopher Nolan
Schauspieler: Tom Hardy, Mark Rylance, Kenneth Branagh, Harry Styles
Kinostart: 27. Juli 2017
Hier gehtʼs zum Trailer