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Serientipp Nach dieser Serie willst du all deine Social-Media-Kanäle löschen

Netflix kann vieles. Zum Beispiel einen Furcht einflössenden Stalker sympathisch wirken lassen und seine Zuschauer dazu bringen, ihren Auftritt im Internet zu hinterfragen. Genau das tut man nämlich beim Schauen von «You», der neusten Thriller-Serie des Streaming-Gigants.

Disclaimer: Kann Spuren von Spoilern enthalten.

Vom leidenschaftlichen Buchhändler zum creepy Verfolger

Joe (Penn Badgley) ist Buchhändler und leitet sein Geschäft mit Leidenschaft. Leidenschaftlich ist er auch, wenn es um Frauen geht. Als nämlich Guinevere, genannt Beck (Elizabeth Dean Lail), seinen Buchladen betritt, verliebt sich Joe schon beim ersten Anblick in sie – und versucht danach alles menschenmögliche, die aufstrebende Schriftstellerin für sich zu gewinnen.

Übers Internet und die sozialen Medien sammelt Joe intime Details über Becks Leben und dringt immer mehr in ihr Privatleben ein. So wird der Buchhändler vom charmanten Verehrer schon bald zum besessen Stalker und beseitigt strategisch jegliche Hindernisse, die sich zwischen ihn und seine Angebetete stellen – und das, ohne vor irgendetwas zurückzuschrecken.

Schauspieler
Legende: Bei «Gossip Girl» galt er in der Rolle von Dan Humphrey als Hottie, in «You» wird Penn Badgley ziemlich creepy. Netflix

Einen Stalker sympathisch machen? Netflix kann's

«Du wirst mich lieben», wie «You» auf Deutsch heisst, packt von der ersten Minute an. Gerade auch, weil Joes Stimme, welche die Serie narrativ begleitet, so eindringlich ist, das man sich als Zuschauer fast selbst ein bisschen angesprochen fühlt.

Und genau das ist es, was irgendwann ziemlich creepy wird, vor allem wenn’s ums Thema soziale Medien geht und darum, was man von sich im Internet eigentlich alles Preis gibt. Immer wieder fragt man sich: «Was, wenn jemand mich so ausstalkt, wie es Joe bei Beck tut?» «Habe ich im Netz genug Privatsphäre?» oder «Was kann man über mich alles herausfinden?».

Diese Fragen werden dann aber fortlaufend von den strategischen (und ziemlich übertriebenen; wir denken an Mord und Totschlag) Schachzügen des Hauptdarstellers überschattet. Und vom Wunsch, dass der Buchhändler und die Schriftstellerin ein Happy-End finden. Zusammen. Denn romantisch ist's ja schon, wenn jemand alles für die/den Angebetete/n tut, oder?

«You» – die Fakten

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  • Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman der amerikanischen Schriftstellerin Caroline Kepnes, den's seit 2014 zu kaufen gibt.
  • Die ganze Staffel (zehn Folgen à je ca. 45 Minuten) gibt's auf der Streaming-Plattform Netflix seit Ende Dezember 2018.
  • Eine zweite Staffel wurde bereits vor Erstausstrahlung angekündigt. Ein Release-Datum dafür gibt's aber noch nicht.

Dieser Gedankengang ist eben das Gefährliche an der Netflix-Serie. Denn während den zehn Folgen verschwimmt die Grenze von Romantik und psychischem Missbrauch immer mehr. Schönling Joe ist oft einfach zu sympathisch, um ihm böse zu sein. Weil eben, er meint's ja gut mit Beck. Eigentlich.

Zum Schluss regt einem genau diese Sympathie auf. Denn eigentlich ist Joe einfach ein skurriler Typ und ein grusliger Stalker, dem man nie begegnen will. Und trotzdem will man ihm beim Erobern einer Frau zuschauen. Am besten im Binge-Watching-Modus, weil man unbedingt wissen will, wie's in «You» weitergeht. Well played, Netflix!

Die einzige Frage, die sich nach Ende der letzten 45-minütigen Episode stellt: Was genau soll in der bereits angekündigten zweiten Staffel passieren, wenn die Geschichte doch eigentlich ziemlich zu Ende erzählt ist?

Wer soll «You» schauen?

Wenn du dich schon immer gefragt hast, was man über Menschen in sozialen Netzwerken herausfinden kann, dann bist du mit «You» ziemlich gut bedient.

Zudem ist die zehnteilige Serie für Leute, die es zwar gruselig und blutig, aber trotzdem ziemlich romantisch mögen – die Liebesgeschichte von Joe und Beck vereint beides.

Ach und: Wer generell auf TV-Shows steht, die einen vollkommen in den Bann der Handlung ziehen, dann raten wir, «You» an einem freien Tag zu schauen. Binge-Watching ist angesagt!

8 von 10 Punkten.

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