«Swiss Army Man»: Von Harry Potter zur furzenden Leiche

Daniel Radcliffe wird uns allen immer als Harry Potter in Erinnerung bleiben. Der Schauspieler selber will diese Rolle aber definitiv hinter sich lassen, deshalb spielt er in «Swiss Army Man» eine furzende Leiche.

Hank strandet auf einer Insel. Eine Möglichkeit, die Insel irgendwie zu verlassen, scheint es nicht zu geben. Hank ist komplett alleine in dieser aussichtslosen Situation. Doch das alles ändert sich schlagartig, als eine Leiche am Strand angeschwemmt wird.

Zuerst denkt Hank, dass es sich dabei um einen ganz normalen leblosen Leichnam handelt. Das stimmt jedoch überhaupt nicht. Der verstorbene Körper hat nämlich starke Blähungen. Zuerst ist Hank angewidert, doch schon bald sieht er in der furzenden Leiche eine Chance, wie er sich von dieser ausgestorbenen Insel retten kann.

Radcliffe - mehr als nur Zauberlehrling

Daniel Radcliffe will der Welt zeigen, dass er mehr ist, als «nur» Harry Potter - die grosse Bürde eines jeden Franchise-Schauspielers. Der Engländer macht dies aber ziemlich gut. Er fokussiert sich seit dem Ende der Harry Potter-Verfilmungen auf spezielle Projekte, zum Beispiel Horrorfilme wie «The Woman in Black» oder «Horns».

2016 dürfte aber klar ein wegweisendes Jahr werden für den 27-jährigen Schauspieler. Neben einem Zauberer-Revival im Blockbuster «Now You See Me 2» ist Radcliffe in «Imperium» als Undercover FBI-Agent in der Neonazi-Szene zu sehen und eben als furzende Leiche in «Swiss Army Man». Weiter weg von Harry Potter geht fast nicht.

Harte Schale, weicher Kern

Leichenschmaus.. eh -plausch!

Bildlegende: Leichenschmaus.. eh -plausch! Swiss Army Man

Zum Film «Swiss Army Man» selber sei vor allem gesagt sein, dass man sich nicht von der Prämisse täuschen lassen sollte. Fakt ist: Es geht um eine pupsende Leiche. Und auf eben dieser Leiche kann sogar ein Mann über Meeres-Wellen hinweggleiten - angetrieben durch die Blähungen. Aber «Swiss Army Man» ist soviel mehr als nur ein Furz-Film. Die Regisseure Daniels thematisieren unter anderem Einsamkeit und wie ein Individuum in der Gesellschaft seinen Platz verlieren kann – starke Themen, ungewöhnlicher Zugang.

Zwar beginnt der Film klar als Komödie, doch die Geschichte nimmt schon sehr bald eine dramatische Wendung. Das Ziel der Regisseure, dass einen der erste Furz im Film zum Lachen bringt und der letzte zum Weinen, geht komplett auf.

Sehr stark und das verdient 4 von 5 Punkten.