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Serien & Filme Wieso müssen sich Heteros nicht outen?

Diese Frage stellt «Love, Simon». Die High-School-Komödie erzählt die Geschichte eines schwulen Teenagers, der trotz seines liebenden Umfelds nicht zu sich stehen kann – und ist dabei der erste Film mit homosexuellem Protagonist eines grossen Hollywood-Studios.

Die Story

Simon führt ein ziemlich sorgenfreies Teenie-Leben. Er wohnt in einem schönen Haus in einer Vorstadt von Atlanta, hat eine Familie, die ihn über alles liebt und eine tolle Gruppe von Freunden, mit denen er alles teilen kann – fast alles. Denn Simon hat ein grosses Geheimnis: Niemand weiss, dass er schwul ist.

Eines Tages outet sich ein Schüler aus Simons High-School anonym in einem Internet-Blog. Simon nimmt mit dem Unbekannten, der den Nicknamen Blue benutzt, Kontakt auf. Er ist froh, sich endlich jemandem anvertrauen zu können, der ebenfalls homosexuell ist. Simon beginnt, für Blue Gefühle zu entwickeln und will herausfinden, wer er ist.

Leider vergisst Simon irgendwann, sich aus dem Schulcomputer auszuloggen. Sein Mitschüler Martin entdeckt den Mailverkehr zwischen Simon und Blue. Da Martin auf Simons Freundin Abby steht, hat er damit eine Möglichkeit gefunden, Simon zu erpressen: Entweder, Simon hilft Martin mit Abby zusammenzukommen oder die geheimen Mails werden veröffentlicht.

Simon
Legende: «Fühlst du dich manchmal auch komisch?» Mit Leah ist Simon schon seit Jahren befreundet, schafft es aber nicht, ihr zu sagen, dass er auf Männer steht. 20th Century Fox

Das hat funktioniert

Der super sympathische (und überaus gutaussehende!) junge Cast rund um Newcomer Nick Robinson («Jurassic World») sorgt für Feel-Good-Vibes. Simons Truppe ist eine wahre Ode an die Kraft der Freundschaft.

Entgegen vieler Teenie-High-School-Schnulzen schafft es «Love, Simon» Spannung aufzubauen. Bis zum Schluss fiebern wir mit Simon mit, der Blues wahre Identität herausfinden will.

«Love, Simon» erzählt dabei seine Coming-Out Story ohne grosses Drama, sondern geht der Frage nach, warum es auch schwer sein kann, in einem liberalen Umfeld zu sich zu stehen. Genau das macht den Film erfrischend und auch überaus wichtig für die Darstellung von LGBTQI+-Charakteren im Kino.

Das hat nicht funktioniert

Trotz unkonventionellem Protagonisten für eine High-School-Romanze bedient «Love, Simon» alle Teenie-Film-Klischees – flache Witze und stereotype Rollen inklusive. Auch an Kitsch muss man bei diesem Film einiges aushalten können. Insbesondere das amerikanische Vorstadt-Milieu ist vor Idylle kaum auszuhalten.

Simon
Legende: Wird nach einem Coming-Out alles noch so sein wie früher? Simon mit seiner Bilderbuch-Familie. 20th Century Fox

Fazit

«Moonlight», «Call Me By Your Name», «God's Own Country»... die Liste der erfolgreichen Filme mit homosexuellen Protagonisten der letzten Jahre ist lang. Nur waren dies alles Independent-Produktionen. Nun beweist 20th Century Fox, dass auch die grossen Hollywood-Buden im Jahr 2018 angekommen sind und lanciert mit «Love, Simon» den ersten Film eines Major Studios mit queerer Hauptfigur.

Auch wenn die Story etwas gar brav ist und das Setting etwas zu amerikanisch für gewisse Geschmäcker sein könnte, in Kombination mit dem atypischen Helden, sind es eigentlich gerade die vielen Klischees, die den Film so herzerwärmend machen, da sie beweisen, dass homosexuelle Liebesgeschichten endlich im Mainstream angekommen sind.

Dieser Film ist für

Teens und alle, die Lust auf eine leichte Sommer-Komödie haben.

Rating

3.5 von 5 Punkten.

Die Fakten

Die Fakten

Cast: Nick Robinson, Katherine Langford, Jennifer Garner
Regisseur: Greg Berlanti
Kinostart: 28.06.2018

8 Kommentare

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  • Kommentar von Benjamin Perez (Adelante)
    Die Leute hassen Wahrheit und das Licht, damit ihre schlechten Werke nicht aufgedeckt werden
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  • Kommentar von tom rosen (tom rosen)
    Warum sich Heteros nicht outen müssen? Weil Heterosexualität der normale biologische Prozess der Arterhaltung bei Menschen ist. Und bei allen anderen Säugetieren. Was man(n) und Frau mit Frau oder Mann treibt, wenn es um simples Vergnügen geht, ist davon völlig zu trennen. Und es geht niemanden etwas an, ob Mann lieber Männer usw. mag. Das kann Mann und Frau outen oder nicht. Eigentlich aber unnötig, da Heteros ja auch nicht outen müssen, was sie beim Sex mögen oder nicht.
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  • Kommentar von Konrad Schläpfer (Koni)
    Ich habe eigentlich nichts gegen Homos und Lesben, aber ihr penetrant lautes Auftreten stört mich ungemein. Es ist wie bei den Veganern, sie glauben permanent uns umkrempeln und uns ihre Lebensweise aufdrücken zu müssen. Toleranz wie man sie fordert sieht anders aus.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Was sie hier schreiben ist so daneben. Homosexuelle wollen Gleichberechtigung was das mit umkrempeln zu tun hat wissen nur sie! Kein Homosexueller Mensch will ihnen eine andere Lebensart aufdrücken oder zeigen sie mir ein Plakat oder Initiative die verlangt das sie ihre Lebensweise ändern müssen!
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    2. Antwort von Achim Frill (Afri)
      Röthemund, das ist überhaupt nicht daneben was Schläpfer schreibt. Der Prozess findet schleichend, zwischen den Zeilen statt. Genau mit solchen Filmen soll doch vermittelt werden, wie ach so normal HS doch ist. Also ein latenter Angriff auf mein Denken, den ich sehr wohl als "Lebensart aufdrücken" verstehe. Ich will das aber nicht. Die Homos sollen einfach Ruhe geben und ihr Leben leben. Ich lasse sie ja auch ihn Ruhe.
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    3. Antwort von Richard Meier (meierschweiz)
      @Herr Röthenmund: Mag sein, dass keine andere Lebensweise aufgedrückt werden soll. Aber mit einem Dauerbeschuss aus der LGBTQI+ -Ecke wird laufend eingetrichtert, was sie zu denken und zu meinen haben. Ich nenne das Gesinnungsterror - was dann so etwa das Gegenteil von Meinungsfreiheit ist.
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    4. Antwort von Michael Herrmann (mi.herrmann)
      Ich finde es immer wieder faszinierend: wenn man sich etwas in der Kommentar-Welt umsieht fällt doch immer wieder auf, dass fast immer einer dabei ist der mit "Ich habe eigentlich nichts gegen..." (was kommt spielt keine grosse Rolle) anfängt. Ich amüsiere mich dann auch an den hanebüchenen Argumentationen solcher Kommentatoren. Dafür möchte ich an dieser Stelle all jenen herzlich Danken! Ohne euch würden solche Kommentare wohl ziemlich langweilig;-)
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    5. Antwort von Michael Herrmann (mi.herrmann)
      Ach ja... und zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Wenn sie sich dermassen gestört und bedrängt fühlen, sollten sie vielleicht einfach darauf verzichten solche Artikel zu lesen.
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