Neue Alben: The Fratellis, BOY, Royal Headache und Paul Smith

The Fratellis sind erwachsen geworden. Paul Smith klingt auf seinem neuen Solo-Album unaufgeregter als mit Maxïmo Park. BOY verzaubern uns ein zweites Mal und Royal Headache veröffentlichen ein Album zum Briefkästen umschubsen. Hier gibts die wichtigsten Alben der Woche auf einen Blick.

PAUL SMITH And The Intimations «Contradictions» (VÖ: 21.08.15)

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Bildlegende: «Contradictions» SRF

Der Paul ist zurück!

Auch wenn er nie weg war, und in den letzten 5 Jahren mehrere Tonträger herausgebracht hat (u.a. 2 Alben mit seiner Band Maxïmo Park), wurde es dennoch höchste Zeit für das neue Soloalbum «Contradictions» von Paul Smith und seiner neuen Band The Intimations.

5 Jahre ist es her seit seinem Debut. Auch wenn er mit Maxïmo Park gerne die grossen Post-Punk- und Indie-Rock-Nummern auspackt, mag er es auf seinen Soloalben ein paar Stufen unaufgeregter.

Er reduziert das Personal auf das Nötigste, Bassist und Schlagzeuger müssen reichen. Und das klingt toll!

BOY «We Were Here» (VÖ: 21.08.15)

«Wir brauchen sehr viel Zeit, um Songs zu schreiben und wir sind sehr detailverliebt» erklärt Sängerin Valeska Steiner die lange Wartezeit auf den Nachfolger ihres Debut-Albums «Mutual Friends». Hat sich das Warten gelohnt? Voll!

«We Were Here»

Bildlegende: «We Were Here» «We Were Here» SRF

«Wir wollten nicht viel verändern. Haben unseren Sound aber elektronischer und mit Hall-Effekten noch grösser gemacht», erklärt Sonja Glass. Das Resultat: Majestätische Songs mit viel Tiefe.

BOY zeigen auf «We Were Here» viele verschiedene Gesichter, die den beiden alle sehr gut stehen: «Flames» zeigt ihre verletztliche Seite, in «Hit My Heart» sind sie fröhlich und verspielt oder entschlossen wie in «Fear».

Die Tage werden ja leider bereits wieder kürzer und kühler. Da kommt «We Were Here» gerade recht – eine warme musikalische Umarmung für den Spätsommer und den hoffentlich goldenen Herbst.

ROYAL HEADACHE «High» (VÖ: 21.08.15)

«High» ist ein verdammt euphorisiendes Album: 10 Songs werden in nur gerade 28 Minuten abgespult. Da bleibt nicht viel Zeit für unnötigen Schnickschnack oder - brrrrr - «ruhige» Passagen.

«High»

Bildlegende: «High» «High» SRF

Zu diesem Album steigt man am besten auf sein Skateboard und schubst ein paar Briefkästen in der Nachbarschaft um. (Natürlich nur, wenn man in einer Gegend mit umschubsbare Briefkästen wohnt.)

Das Gitarrengeschrammel von Royal Headache erinnert einen stellenweise an seine Teenagerjahre. Die Band hat ihr Herz definitiv am richtigen Fleck: Ein bisschen Guided By Voices, viel 60ies-Garage Rock, aber auch Fans von den Libertines, The Vaccines, oder alten Hives-Platten werden an diesem Album garantiert ihren Spass haben.

THE FRATELLIS «Eyes Wide, Tongue Tied» (VÖ: 21.08.15)

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Bildlegende: «Eyes Wide, Tongue Tied» SRF

«Dubi dubi du» - Frank Sinatra, «Strangers in the Night» (1966)

«Dödödöb dödödöb» -The Fratellis, «Chelsea Dagger» (2006)

Wer braucht schon vertrackte Texte, wenn's auch einfach geht? Nach diesem Motto komponierte nicht nur der Texter von Frank Sinatra Welthits, auch das schottische Trio The Fratellis schaffte nach diesem Muster vor knapp 10 Jahren ein paar Indie-Hits.

Auf ihrem neuen Album entfernten sie sich ein Stück weit vom rotzigen Rocksound der Frühphase, was bestimmt einige Fans enttäuschen wird. Aber erstens ist auch die Band 10 Jahre älter geworden und zweitens ist hier trotzdem ein solides Indierock-Album geworden.