Songs der Woche: Alles andere als besinnlich

Darf's auf Ende Jahr etwas besinnlich werden? Nö, unsere 5 Songs der Woche sind das sicher nicht. Höchstens tiefgründig und ein klein bisschen ruhiger dank Singer/Songwriter Max Frost. Weiter gibt's Indie Rock Bands die Hip Hop machen und neue Londoner MC-Gespanne.

Max Frost

Bildlegende: Max Frost Facebook Max Frost

1. Max Frost «Let me down easy»

Wie viele Songs über zerbrochene Beziehungen gibt’s eigentlich? Fakt ist: Max Frosts «Let me down easy» ist keiner zuviel. Sowohl Song als auch Video bergen kleine Überraschungen und lassen typische Kitschdrama-Klischées aussen vor. «It's the world that lets us down—not people» fasst Max Frost die Message treffend zusammen.

Der Song kommt in unaufgeregter Songwritermanier daher, es ist ein warmer, zwischendurch jazzy angehauchter Popsong, in welchem die Pianoanschläge mit Max‘ wunderbarer Stimme verschmelzen.

«Let me down easy» ist quasi das Comeback des 22-Jährigen, der vor zwei Jahren mit seiner ersten Single «White Lies» überrascht hat. Nach viel Getoure mit Fitz and the Tantrums ist er nun im Studio um an seinem ersten Album zu feilen. Dafür hat er sich an Produzenten wie Ant Whiting (John Newman) oder Kid Harpoon (Florence and the Machine) gewandt. Und wir wenden uns im Frühjahr 2015 gespannt dem Ergebnis zu…und hören bis dahin diesen einen Song rauf und runter…

2. Team Me «F is for Faker»

Wer sich nach Weihnachten schon bald im düstren Januarloch wiederfindet, der kann sich schon jetzt dagegen wappnen. Am 26.01. kommt nämlich das neue Album von Team Me. Und mit der überschwänglich fröhlichen Gute-Laune-Single «F is for Faker» kann man schon mal Vorarbeit gegen miese Stimmung leisten.

«F is for Faker» ist ein Song, der einem ein leicht debiles Grinsen ins Gesicht beordert; einer bei dem man begeistert mitklatscht und –singt und es einem völlig egal ist, ob man dabei aussieht wie die deutsche Bundeskanzlerin (hihi). Team Me fahren im Videoclip fast vier Minuten Velo, kugeln sich Waldabhänge runter und bewerfen sich mit WC-Papierrollen. Spass-Pop at its best würdi säge und das spürt man live am besten. Und drum grad noch ein Rezept gegens Januarloch: Auf den 11. März freuen, dann spielen Team Me nämlich im Bogen F in Züri.

3. The Neighbourhood «Jealou$y»

The Neighbourhood aus Kalifornien stehen eigentlich für Indie Rock mit schönen Schnörkeln, handgemachte Musik, dazu die unverwechselbare Stimme von Jesse Rutherford. Eigentlich. Denn The Neighbourhood haben ihre altbewährte Kassette zurückgespult und neubespielt. Das Mixtape «#000000 & #FFFFFF» tönt nämlich gar nicht mehr nach ihnen! Beim Umkrempeln haben ihnen Rapper wie Casey Veggies und 100s fleissig geholfen, um The Neighbourhood ja nicht mehr nach The Neighbourhood klingen zu lassen. Wieso machen die das? Weil sie’s können.

4. HNNY «NOTH…»

Wieder so eine unaussprechliche Buchstabenkombination als Künstlername…ah, oder auch nicht. Auf dem herzig gestalteten Facebookprofil von HNNY wird man freundlich darauf hingewiesen, dass HNNY am besten als «honey» ausgesprochen wird. Merci. Dann macht auch das Winnie Pooh-Layout des besagten Accounts Sinn.

Nicht nur der Künstlername des Stockholmer Produzenten ist erklärungsbedürftig, auch der Name seiner neuen Platte. Die A-Seite ist mit «Noth...» und die B-Seite mit «...ing» betitelt. Gibt zusammen: Nothing. Für «nichts» ist es aber ziemlich viel, was man auf dieser Scheibe findet. Drum hat's die A-Seite in unsere Bestenliste der Woche geschafft. Noth…beinhaltet deepe House-Beats, zuckersüsse Vocals und Loops und geht locker-flockig in die Füsse.

5. Kate Tempest & Loyal Carner «Guts»

Für Kate Tempest war 2014 ein turbulentes Jahr. Ihr Album «Everybody Down» war für den Mercury Prize nominiert und Ende November kehrte sie von ihrer Tour durch die UK zurück. Und zack – weiter geht’s – seit dem 8. Dezember gibt’s den neuen Track «Guts».

Mit zarten 20 gehört Loyle Carner schon zu den grösseren Namen der Londoner MC-Szene. Auf dem Label Speedy Wunderground spannen die beiden für den Track «Guts» zusammen und die Energie, die zwischen den beiden herrscht ist beinahe greifbar. Für Loyal Carner ist die Zusammenarbeit sowohl mit Kate Tempest als auch mit Produzent Dan Carey ein in Erfüllung gegangener Traum: «That day in the studio with them both is something I’ll never forget» sagt er zum Online Musikmagazin NME.

Alle Songs der Woche hier zum Nachhören und Herunterladen.