Jennifer Rostock: Mit Silikon gegen Sexismus

Spätestens seit dem ironischen Aufruf für die AfD zu stimmen, ist Jennifer Rostock allen ein Begriff. Die 29-jährige Jennifer Weist war mit ihrer Band Jennifer Rostock live bei uns im Studio und stand uns Rede und Antwort.

Jennifer Rostock

Bildlegende: Jennifer Rostock live bei uns zu Gast SRF Virus

Heiraten und Kinder kriegen findet Jennifer Weist, die Sängerin der deutschsprachigen Rock-Band Jennifer Rostock, völlig unnötig – hat sie uns am Greenfield Festival 2016 erzählt. Diese Frau ist tatsächlich kein konventionelles Mädchen vom Land. Nein, sie hat es faustdick hinter den Ohren, fasst sich auf der Bühne hin und wieder mal in den Schritt oder zeigt ihre Brüste.

Wenn sie dies macht, geht es ihr darum, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu thematisieren. Halt auf ihre Art.

«Silikon gegen Sexismus»

Der Song «Silikon gegen Sexismus» auf ihrem neuen Album beinhaltet genau diese Message. «Nur, weil Frauen einen kurzen Rock tragen, dürfen sie nicht betatscht werden. Nur, weil Frauen Silikon-Brüste haben, dürfe man sie nicht nur auf das reduzieren», meint Jennifer Weist im Interview.

«Heiraten und Kinderkriegen sind unnötig»

Ironischer Liebesbeweis an die AfD

Am 4. September 2016 fanden die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, der Heimat von Jennifer, statt. Und weil die AfD auf ein starkes Ergebnis hoffen konnte, wollte die Band beim Wahlkampf mitmischeln.

Sie weisen im Song «Wähl die AfD» mit Ironie darauf hin, für die umstrittene Partei zu stimmen. «Drei Kinder pro Familie, Mann im Job und Frau am Herd, das will die AfD». Das Ergebnis war Applaus auf der linken Seite und viele böse Kommentare auf ihrer Facebook-Seite von der rechten Seite.

«  Diese Kommentare lesen wir nicht, weil sie uns nicht interessieren. Wir lassen uns davon nicht beirren und würden es wieder tun. »

Die Band ist der Meinung, dass jeder Musiker selber entscheiden soll, wie konkret er sich politischen Themen gegenüber äussert. Grundsätzlich sei es schade, dass von Musikern oft erwartet wird, dass sie sich politisch äussern – nicht aber bei Schauspielern oder anderen Bekanntheiten.