Wolfmother lieben die Schweiz – aber vor allem Aromat

Morgens um 11. Kaffeepause beim Brunnen. Ein Nightliner fährt vor. Wolfmother steigen umringt von männlichen Duftwolken aus und fragen: «Is there a good place to go have breakfast around here?» «Nee, nicht wirklich… Unsere Kantine halt?»

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Wolfmother «Gypsy Caravan»

3:43 min, vom 22.8.2016

Und da sassen sie dann, gelassen und glücklich – und verliebt in unser Nationalgewürz.

«I need this at home! This makes vegetables taste so much better!», meinte Schlagzeuger Alex Carparetis – und ähnlich begeisterungsfähig zeigten sich Wolfmother während dem Rest des Tages. Das Klischee der australischen Gelassenheit wurde voll bestätigt, die Band rund um Sänger Andrew Stockdale könnte nicht unkomplizierter sein.

Wolfmother sind nonstop auf Tour

Stockdale ist dafür bekannt, seine Bandmitglieder regelmässig auszuwechseln. Aber nicht etwa, weil er so schwierig wäre, viel mehr sei das Tourleben hart und nicht für jeden geeignet. Man müsse viel Humor haben, um so was mitzumachen.

Das «Casting» seiner aktuellen Band geschah sehr organisch - ein Freund zeigte ihm einst ein Foto von einem Keyboard spielenden Ian Peres. Weil es ein lustiges Foto war. Monate später, als Andrew auffiel, dass sie wohl oder übel einen Keyboarder brauchten, fragte er nach, ob der Typ auf dem Foto «available» sei. Der sagte ja, kam vorbei zum Jam. Der Rest ist Geschichte!

Mit ca. 60 Konzerten pro Jahr sind Wolfmother eine permanent tourende Weltenbummlerband. Mittlerweile fliegt Andrew Stockdale während ein- bis zweiwöchigen Tourunterbrüchen nicht mehr nach Hause, sondern beugt dem Jetlag vor und verbringt die Zeit schon an dem Ort, an dem sie das nächste Konzert haben. So kann er das Touren viel mehr als Reisen empfinden.

Masturbation vor dem Konzert

Gegen Ende des Gesprächs war Entspannung vor dem Konzert ein Thema, und ich fragte nach, wie das bei ihnen sei: Athleten vermeiden ja oft Orgasmen im Vorlauf eines Wettbewerbs. Nach viel Kichern und einer Anekdote über einen ihnen bekannten Metalsänger, der Autoerotik ausübt, bevor er z.B. ins Fernsehen muss, liess Stockdale das hier raus:

«Wenn du merkst, dass du nervös wirst – lass es zu. Du brauchst keinen Sex, keinen Alkohol und keine Drogen um Zugang zu deinen Gefühlen zu kriegen. Nervosität ist da das Beste.»

Bei der Verabschiedung hatten wir aber wohl zu viel über Sex und Selbstliebe gesprochen - Stockdale verliess uns mit einem «wir gehen jetzt alle ins Hotel, Face-timen mit unseren Freundinnen und..» Hehe. Gute Jungs, exzellente Musiker, so machts Spass!

Wenn du sie live sehen willst: sie spielen am 03.09 am Riverside Arena Festival.