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True Life «Wenn ich auf der Bühne stehe und singe, fühle ich mich frei»

Kim-Lillian Strebel ist eine schweizerisch-britische Opernsängerin und gehört zu den aufstrebendsten Sopranistinnen der Welt. Was die 34-Jährige antreibt und wieso zu Operngesang viel mehr als eine schöne Stimme gehört, erzählt sie bei «True Life».

Geboren ist Kim-Lillian Strebel in London, aber die ersten elf Lebensjahre verbringt sie in der Schweiz mit ihrer englischen Mutter und ihrem Schweizer Vater. Wieder zurück in England, stand es ursprünglich nicht auf dem Plan von Kim-Lillian, Opernsängerin zu werden: «Ich wollte Tänzerin werden», erzählt sie. Sie besucht eine Tanz- und Ballett-Schule und nimmt dort ihren ersten Gesangsunterricht. «Ich war in der Schulaufführung von ‹Phantom of The Opera› und da hat es angefangen.»

Mit ihrem Gesang um die ganze Welt

Mittlerweile ist die 34-Jährige seit acht Jahren beziehungsweise neun Saisons im Business und jettet so viel um die Welt, dass sie die letzten beiden Jahren nur aus zwei Koffern lebt. Denn Kim-Lillian gehört zu den aufstrebendsten Opern-Talenten der Welt. Wäre nicht die Coronapandemie dazwischen gekommen, wäre sie wohl auch jetzt immer unterwegs. Nach zehn Wochen im Lockdown in London entscheidet sie sich deshalb, wieder in die Schweiz zu kommen.

«True Life»

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«True Life»

Menschen und ihre Geschichten: Das steht im Fokus von «True Life». Egal ob Tänzerin, Autist oder Jägerin – sie alle gewähren dir einen Einblick in ihren Alltag und in ihr Leben.

In Zürich lebt die Sopranistin mit ihrem Freund Seth Troxler. Er ist DJ und in der Techno- und House-Szene kein Unbekannter. Dass sie beide in der Musik tätig sind, ist für sie mehr Segen als Fluch: «Wir sind beide Künstler, deshalb haben wir uns auch ineinander verliebt», erzählt Seth. Auch wenn ihre musikalischen Wege grundverschieden seien, gebe es viele Gemeinsamkeiten. «Wir können über Kompositionen und Akkord-Abfolgen diskutieren», fügt er schmunzelnd hinzu.

Ich werde in Cottbus in der Oper ‹Mazeppa› von Tschaikowski singen.

So stört es Seth auch nicht, wenn seine Freundin zuhause einsingt und übt. «Wenn ich aufwache und sie singen höre, denke ich: ‹Wow!›», meint er dazu. Nur in den eigenen vier Wänden zu singen, reicht aber nicht: Für Kim-Lillian steht nämlich eine grosse, neue Rolle an, als wir sie treffen: «Ich werde in Cottbus in der Oper ‹Mazeppa› von Tschaikowski singen», erklärt sie.

Opernsängerin: Ein harter Job

Opernsänger*in zu sein fordert viel Disziplin. «Man opfert vieles. Man muss so viel üben, immer auf die Stimme schauen.» Einfach zu denken: Jetzt habe ich ja eine Karriere und kann chillen, gehe nicht. «Schliesslich ist jede Rolle anders und man muss lernen, wie man sie gut singt.» Ob auch andere ihre Stimme gut finden, sei immer Geschmackssache: «Man muss in diesem Job oft mit Absagen umgehen und wird viel kritisiert, weil etwas nicht passt», erzählt Kim-Lillian.

Ich bin sehr aufgeregt, schliesslich stand ich seit fast acht Monaten nicht mehr auf der Bühne.

Auch die Nervosität vor dem grossen Auftritt wird wohl nie ganz verschwinden. «Ich bin sehr aufgeregt, schliesslich stand ich seit fast acht Monaten nicht mehr auf der Bühne», gibt die Opernsängerin zu, als sie am Premiere-Tag von «Mazeppa» in Cottbus ankommt.

Ich könnte nie so frei sein, wenn ich etwas anderes machen würde.

Ihren Job würde die 34-Jährige trotz allem niemals hergeben. Wenn sie auf der Bühne sei und singe, komme ihr ganzes Innere nach aussen: «Es ist unglaublich schön und ich fühle mich frei. Ich könnte nie so frei sein, wenn ich etwas anderes machen würde.»

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