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True Talk «Ich bin Schweizerin!»

Fathima ist Muslima und trägt ein Kopftuch. Gleichzeitig ist sie Bernerin und liebt Rösti und Raclette. Welch ein Widerspruch! Oder nicht? Bei «True Talk» spricht die 29-Jährige über die Vorurteile, denen sie begegnet – und warum sie sich kürzlich sehr über die New York Fashion Week gefreut hat.

Wenn Fathima in der Stadt unterwegs ist, wird sie oft von oben bis unten gemustert. Und obwohl sie seit mittlerweile sieben Jahren ein Kopftuch trägt, hat sie sich noch immer nicht an diese Blicke gewöhnt:

«Ich denke dann: Was ist los, stimmt etwas mit meiner Kleidung nicht, sind es meine Schuhe? Und erst hinterher wird mir klar, dass mein Kopftuch der Grund sein könnte.»

Jeder soll leben, wie er mag!

Es braucht viel Selbstvertrauen, um der ständigen Aufmerksamkeit und den vielen Vorurteilen standzuhalten: «Weder bin ich eine Terroristin, noch eine arme unterdrückte Frau.» Fathima hat sich aus religiösen und persönlichen Gründen entschieden, ein Kopftuch zu tragen.

Religion ist mir wichtig und mein ständiger Begleiter. Religion ist aber nichts, das ich jemandem aufzwingen möchte.

Fathima wünscht sich, dass sich die Menschen nicht länger an einem Kopftuch stören und den Anblick als «fremd» wahrnehmen.

Ich bin ein Teil dieser Gesellschaft. Ich bin Schweizerin!

Kopftücher als Modeaccessoire

Ausserdem kann man das Ganze ja durchaus auch als Fashion-Statement verstehen.

Fathima selbst hat etwa hundert Kopftücher im Schrank, folgt muslimischen Modebloggerinnen auf Instagram und lässt sich von Tutorials auf YouTube inspirieren, wie sie das Kopftuch binden kann. Ihr Aussehen ist ihr also durchaus wichtig:

Wenn das Kopftuch nicht zu meinem Outfit passt, dann gehe ich nicht aus dem Haus.

Ein wichtiger Schritt zur grösseren Akzeptanz ist für sie, dass Kopftücher endlich auch in der Modewelt eine Rolle spielen.

Dieses Jahr wurde bei der New York Fashion Week erstmals eine Kollektion für muslimische Frauen präsentiert. Und auch die ersten Modelabels erkennen inzwischen den Trend:

Je mehr grosse Marken wie H&M Kopftücher zum Thema machen, desto mehr wird das in der Gesellschaft wahrgenommen.

Man habe dann nicht mehr nur das negative Bild, sondern endlich mal das Statement: «Hey, Frauen mit Kopftuch prägen unsere Welt auch!»

«True Talk»

«True Talk»

In unserer Webserie «True Talk» werden Menschen, die aufgrund von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, mit ebendiesen konfrontiert.

«True Talk» siehst du jeweils mittwochs bei uns auf Facebook oder auf dem «True Talk»-YouTube-Kanal.

Turban geht auch

Turban geht auch

Fathima zieht ihr Kopftuch unterschiedlich an. Hier siehst du weitere Beispiele.

75 Kommentare

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  • Kommentar von Dyvia Senze (Dyvia)
    All you are asking for is acceptance. Yes, I accept you. I am open to having you as a friend. I appreciate you. I am not frightened of you. Thank you for coming on this video.
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  • Kommentar von Matthias Böni (Joselli)
    Es freut mich, dass Jürg Sand Fathima als symphathisches Vorzeigebeispiel bezeichnet. Sie fordern von Ausländern Assimilitation. Ich lebe in Kolumbien und bin froh, dass mein "Anderssein" als Bereicherung wahrgenommen und akzeptiert wird und ich nicht verurteilt werde, weil ich am Sonntag die katholische Kirche nicht besuche. Was es braucht ist Toleranz von beiden Seiten. Ich wünsche Ihnen, Herr Sand, dass auch Sie einmal die Erfahrung machen dürfen, als Minderheit an einem Ort zu leben.
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    1. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      Gibt es in Kolumbien auch eine Stadt die Zürich heisst :) Toleranz gegenüber Intoleranz ist etwas schwierig. Uebrigens haben wir keine Probleme mit den Muslimen in der Schweiz ausser mit einer Minderheit die den politischen Islam nach ganz Europa importieren will auch in die Schweiz. Diese lösen eine Lawine der Empörung und Diskussionen aus und fordern dieses und jenes usw.Diese Probleme haben wir aber mit anderen Kulturen nicht. Woran das wohl liegt? Evtl auch an unserer naivität:)
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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Der Islam ist vielerorts Staatsreligion kennt keine Trennung von Staat und Religion. Daraus leitet sich ab dass es keine Religionsfreiheit gibt wie es uns Gebetsmühlenartig vorgekaut wird und andersgläubige Minderheiten meist einen faktisch minderwertigen Status haben. Themen wie Zwangsheirat, Genitalverstümmelung usw, tönt nach Mittelalter. Will man uns das Mittelalter als Fortschritt verkaufen Info http://www.islamdebatte.de/wp-content/uploads/2013/03/islamdebatteDE-Menschenrechte-im-Islam.pdf
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    1. Antwort von Jonas Ammann (jonas.ammann)
      @ Ida Fischer: Dass die Frauen in der Privatwirtschaft für die gleiche Arbeit 20 % weniger verdienen als Männer ist ebenfalls Mittelalter. "Mittelalter" gibt es also nicht nur in muslimischen Ländern.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Was Sie da als "Quelle" nennen ist ein Positionspapier der "Stresemann-Stiftung". Diese wiederum ist eng verbandelt mit Rechtsextremen Gruppierungen, die unter Beobachtung des Staatsschutzes in Deutschland stehen. Unterstützen Sie wirklich solche Organisationen?
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    3. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      @ Jonas Amman Sie vergleichen da aber schon Aepfel mit Birnen. Wir müssen aufhören naiv zu sein. Die Freiheiten die unsere Gesellschaft errungen hat ist nicht vom Himmel gefallen.Ich erinnere an Afganistan 1967 Iran 1970 Türkei 1923 dort sah man keine Burkas usw. Nach wenigen Jahrzehnten hat sich das Bild aber radikal verändert.Ihnen als toleranten Menschen muss bewusst sein dass dieser Wandel in nur einer Generation von Statten ging.
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    4. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      @ HP Müller Ob Kopftuch oder Vollkostümierung das spielt keine Rolle. Extemisten die diese Sitten nach Europa bringen wollen legitimieren diese mit einem religiösem Gebot. Dieses allerdings gibt es NICHT im Koran. Es ist eine extremistische Form von traditionellen Menschen die die Oeffentlichkeit beeinflussen und in eine religiöse extreme Form drängen wollen und davor müssen wir die Mädchen schützen. Das Problem wird in ganz Europa negiert aus politischer Korrektheit.
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    5. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Ida Fischer: Alles schön und gut, aber Sie beantworten meine Frage nicht. Unterstützen Sie wirklcih rechtsextreme Gruppierungen die unter Beobachtung des Staatsschutzes stehen in Deutschland, dass Sie sie hier zitieren?
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