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True Talk «Einer machte mir einen Antrag – obwohl er eine Busse bekam»

Als Billettkontrolleurin im Zug erlebt man so einiges auf der Arbeit im ÖV. Deshalb plaudert Kontrolleurin Nicole aus dem Nähkästchen und beweist, dass man in ihrem Job viel mehr können muss als Bussen zu verteilen.

Wer kennt es nicht: Man sitzt im ÖV und hört den altbekannten Satz: «Guete Tag, alli Billet vorwiise bitte». In diesem Fall hat man zwei Optionen: Man zieht leicht genervt das Abo oder Ticket aus der Tasche und zeigt es der Person, bei der man nach zwei Sekunden wieder vergessen hat, wie sie aussieht – oder aber man überlegt sich schon hastig eine kreative Ausrede, warum man dieses gewünschte Billet eben nicht zeigen kann, da man es einfach hart verschwitzt hat.

Nicole kennt sie inzwischen alle: Sie hat in ihrer Zeit als Zugbilletkontrolleurin noch nie eine solch kreative Ausrede gehört, dass sie mal ein Auge zugedrückt hat. Trotzdem betont sie: «Wir haben keinen Wettbewerb am Laufen, wer am meisten Bussen verteilt. Das bringt niemandem was.»

«True Talk»

«True Talk»

In unserer Webserie «True Talk» werden Menschen, die aufgrund von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften oder Vorlieben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, mit ebendiesen konfrontiert.

«True Talk» siehst du jeweils mittwochs bei uns auf Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster oder auf dem «True Talk»-YouTube-Kanal, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Von Pöbeleien und Heiratsanträgen

Auch im Nachtzug bleibt man nicht verschont, wenn man kein Ticket dabei hat. Die sagenumwobenen, alkoholgetränkten Zugfahrten machen der 27-Jährigen aber überhaupt nichts aus. Klar sei es ab und an mit besoffenen Fahrgästen schwierig, aber sie hätte auch schon die lustigen Dienste dabei erlebt: «Einer hat mir mal sogar einen Heiratsantrag gemacht, obwohl er eine Busse gekriegt hat», erinnert sie sich zurück.

Und auch wenn alles schön und gut klingt: Die sympathische Kontrolleurin wird oft von unglücklichen oder wütenden Kunden angepöbelt und mit krassen Vorwürfen à la «In deinem Job muss man ja gar nichts können» konfrontiert. Darum beweist Nicole in der neusten Folge «True Talk», dass man als Billetkontrolleurin so einiges auf dem Kasten haben muss.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Geneviève Schmid (Geneviève)
    Die SBB bringt eine tolle Leistung (Halb- und bald VIERTELstundentakte etc.), und Kontrollen müssen sein, sonst zahlt irgendwann keiner mehr, und bislang ist ein Gratis-ÖV nicht in der Diskussion / möglich - wir sollten auch als Pendler nicht genervt sein, sondern einfach freundlich das Billet parat haben und zeigen. Kenne Zugbegleiter - diese haben bei IC-Zügen viele verantwortungsvolle Aufgaben, beheben Türstörungen, geben alles für Pünktlichkeit usw. ... (und das bei jedem einzelnen Halt!)
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Egal, ob Stichprobenkontrolle oder reguläre Billetkontrolle im Schnellzug: In einem krass verspäteten Zug kann die Kontrolleurin (oder der Kontrolleur) schon mal meinen Unmut abbekommen. Ich entschärfe das dann aber: "Sie können nichts dafür, aber Sie vertreten hier halt die SBB!" Bei einer Kontrolleurin mit genügend Sinn für Humor sagte ich auch mal mit Augenzwinkern: "Melden Sie, da sei ein Passagier so wütend gewesen, dass Sie richtig Angst bekommen hätten!" Aber DAS geht nicht bei allen...
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