Evolutionstheorie und Astrologie

Der Aussage «Die Menschen stammen von früheren Lebewesen ab» stimmen vier von fünf Befragten zu. Einer von fünf Befragten ist folglich überzeugt, dass die Menschen nicht von anderen Arten abstammen.

Darstellung der Evolution in fünf Schritten, im Profil ist links ein Primate, gebückt, rechts ein aufrecht gehender Mensch.

Bildlegende: Evolution: schrittweise zum Homo sapiens. iStock

Wie zu erwarten, sind dies vermehrt Menschen, die sich als religiös beschreiben. Interessant ist indessen, dass die Zustimmung zur Evolutionstheorie bei Katholiken mit über 80 Prozent nicht geringer ausgeprägt ist als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Wie sieht es mit dem Einfluss von Sternzeichen auf das menschliche Verhalten aus? Immerhin zwei von fünf Befragten glauben, dass Sternzeichen das menschliche Verhalten beeinflussen; Frauen sind etwas häufiger astrologisch orientiert als Männer (41 Prozent versus 32 Prozent). Interessanterweise stimmen religiöse Menschen eher zu, wobei sich keine Unterschiede zwischen den Konfessionen zeigen.

Es zeigt sich bei beiden Fragen ein leichter Effekt der Bildung: Personen mit höherer Bildung sind eher evolutionstheoretisch orientiert und gehen davon aus, dass Sternzeichen keinen Einfluss auf das Verhalten haben.

Quelle: Risikostudie SRF/ETH 2013.

Die Autoren der SRF/ETH Studie

Andreas Diekmann, geboren 1951 in Lübeck, ist seit 2003 Professor für Soziologie an der ETH Zürich. Zuvor lehrte er in Mannheim und in Bern. Umweltsoziologie, Spieltheorie und Methoden der empirischen Sozialforschung sind Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Heidi Bruderer Enzler, geb. 1980 in St. Gallen, ist Doktorandin an der Professur für Soziologie.