Geld und Risiko

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor folgender Wahl: Entweder erhalten Sie garantiert 1‘000 Franken geschenkt oder Sie machen bei einer Lotterie mit, wo Sie mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit 5‘000 Franken gewinnen und mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit gar nichts erhalten. Was würden Sie wählen?

Eine Frauenhand zeigt Spielkarten mit einem 4 Pique und einem Caro Ass. Im Hintergrund liegen Jettons vom Pokerspiel.

Bildlegende: Glücksspiele: Geldeinsatz mit Risiko. Keystone

Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) setzt auf Risiko. Die Risikobereitschaft wächst mit höherer Bildung und dem Einkommen und sinkt mit dem Alter. Keine Unterschiede zeigen sich zwischen den Sprachgebieten. Dagegen ist deutlich ersichtlich, dass Männer öfters als Frauen die riskante Variante, also CHF 5‘000 mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit, wählen (38 Prozent versus 26 Prozent).

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich finanzieller Risiken sind bemerkenswert konsistent: Auch bei allen anderen Verhaltensweisen, die finanzielle Risiken beinhalten, sind Männer risikobereiter. So legen Männer eher als Frauen Geld risikoreich an (16 Prozent versus 7 Prozent), nehmen eher an Glücksspielen teil (38 Prozent versus 30 Prozent) und schliessen seltener Reiseversicherungen ab (59 Prozent versus 67 Prozent). Keine nennenswerten Unterschiede finden sich beim Sparen (73 Prozent) und dem Erwerb von Garantieverlängerungen (25 Prozent).

Quelle: Risikostudie SRF/ETH 2013.

Die Autoren der SRF/ETH Studie

Andreas Diekmann, geboren 1951 in Lübeck, ist seit 2003 Professor für Soziologie an der ETH Zürich. Zuvor lehrte er in Mannheim und in Bern. Umweltsoziologie, Spieltheorie und Methoden der empirischen Sozialforschung sind Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Heidi Bruderer Enzler, geb. 1980 in St. Gallen, ist Doktorandin an der Professur für Soziologie.