Gesundheit ist ein zentrales Thema

20 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer halten es für wahrscheinlich, in der näheren Zukunft ernsthaft zu erkranken.

Europakarte mit eingefärbten Ländern.

Bildlegende: Subjektives Risiko einer ernsthaften Erkrankung Je dunkler ein Land eingefärbt ist, desto grösser das persönliche Risikoempfinden, dass man schwer erkranken könnte. Eurobarometer 73.5, 2010 & Risikostudie SRF/ETH 2013

Die befragten Personen aus Haushalten mit niedrigeren Einkommen befürchten eher zu erkranken als solche aus Haushalten mit höherem Einkommen. [1] Zudem sind die Befürchtungen in der Deutschschweiz weniger stark ausgeprägt als in den anderen Landesteilen.

Im europäischen Vergleich scheinen die Schweizer eher geringe Befürchtungen zu hegen, ernsthaft zu erkranken (siehe Abbildung). Dieser Vergleich ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da in der EU anders gefragt wurde als in der Schweiz.[2]

In der Schweizer Umfrage wurden zusätzlich auch Fragen zu anderen persönlichen Gefährdungen gestellt. Hierbei zeichnet sich ab, dass die Befragten sich am meisten um ihre persönliche Gesundheit fürchten, während Sorgen um das finanzielle und das soziale Wohlbefinden deutlich geringer ausfallen (z.B. Risiko, in einen finanziellen Engpass zu geraten oder einsam zu sein).

Bei den allgemeinen Gefahren erscheint die Luftverschmutzung durch Autoverkehr von sieben erfragten Risiken auf dem letzten Rang (ausgenommen das verkehrsbelastete Tessin). Schleichende und nicht sichtbare Risiken wie verkehrsbedingter Feinstaub, der für zahlreiche Atemwegserkrankungen und Todesfälle verantwortlich ist, werden als weniger bedrohlich wahrgenommen.

[1] Die Prozente entsprechen dem jeweiligen Anteil der Befragten, der auf einer Skala von 1 «überhaupt nicht wahrscheinlich» bis 5 «sehr wahrscheinlich» 4 oder 5 gewählt hat.

[2] In der Umfrage der EU (Eurobarometer 73.5) wurde eine Skala von 1 «sehr wahrscheinlich» bis 4 «überhaupt nicht wahrscheinlich» verwendet. Die ausgewiesenen Werte entsprechen dem Anteil der Befragten, der 1 oder 2 geantwortet hat (unter Verwendung eines Redressmentgewichts).

Die Autoren der SRF/ETH Studie

Andreas Diekmann, geboren 1951 in Lübeck, ist seit 2003 Professor für Soziologie an der ETH Zürich. Zuvor lehrte er in Mannheim und in Bern. Umweltsoziologie, Spieltheorie und Methoden der empirischen Sozialforschung sind Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Heidi Bruderer Enzler, geb. 1980 in St. Gallen, ist Doktorandin an der Professur für Soziologie.