100 Sekunden Wissen: Suffragetten

  • Dienstag, 19. Februar 2013, 6:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 19. Februar 2013, 6:20 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 19. Februar 2013, 7:20 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Am 19. Februar 1913 sprengten Suffragetten in der Nähe von London das Haus des britischen Finanzministers in die Luft. Die «Women's Social and Political Union» übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. - «Suffragetten» ... 100 Sekunden Wissen von Raphael Zehnder.

Suffragette
Bildlegende: Suffragette Keystone

Bis in die Rockmusik schafften es die Suffragetten, allerdings Jahrzehnte nach ihrem Kampf für das Frauenwahlrecht. Bei David Bowie - 1972 - reduzierte sich das Thema allerdings auf einen obskuren Text über Drogendelirium und sexueller Befreiung in seinem Song: «Suffragette City»

Immerhin: Bowie hat das Wort "Suffragette" an eine spätere Generation herangetragen. Vielen dürfte das Wort in diesem Lied erstmals begegnet sein. «Suffrage» ist das englische Wort für Wahlrecht, Stimmrecht. Und das war das wichtigste Anliegen der vor allem bürgerlichen Frauen, die in der «Women's Social and Political Union» von Emmeline Pankhurst in Grossbritannien organisiert waren. Hauptsächlich mit passivem Widerstand, der Störung von Veranstaltungen und mit Hungerstreiks versuchten die Suffragetten, das Wahlrecht zu erkämpfen.

1910, als eine Gesetzesvorlage scheiterte, die den Frauen mehr Rechte eingeräumt hätte, radikalisierte sich die Bewegung. Manche Frauen legten gar Bomben, etwa in der Westminster Abbey oder eben - heute vor 100 Jahren - im Haus des britischen Finanzministers. Opfer gab es bei diesem Anschlag keine. Der Bombenanschlag war eine Machtdemonstration der Suffragetten - und eine Ohnmachtdemonstration.

Der Erste Weltkrieg, als Arbeitskräfte fehlten, holte viele Frauen in die Produktion. Auch das nützte der Emanzipation: 1918 führte Grossbritannien das Wahlrecht für Frauen über 30 ein, 1928 das für Frauen über 21. Die USA gestand ihnen 1920 das Stimm- und Wahlrecht zu.