«Das Phantom des Alexander Wolf» von Gaito Gasdanow

Tod, Schuld und Liebe: Davon handelt ein vergessenes Meisterwerk der russischen Nachkriegsliteratur. Geschrieben im Pariser Exil, 1947 in einer New Yorker Literaturzeitschrift veröffentlicht und kaum beachtet, ist Gaito Gasdanows wunderbarer Roman nun in einer brillanten Übersetzung zu entdecken.

Fotos über und in Paris: in der Henri Cartier-Bresson-Stiftung.
Bildlegende: Fotos über und in Paris: in der Henri Cartier-Bresson-Stiftung. Reuters / Xavier Lhospice

Ein Emigrant in Paris trägt schwer daran, dass er als Jugendlicher während des russischen Bürgerkriegs aus Notwehr einen Soldaten erschossen hat. Dann taucht der Totgeglaubte plötzlich auf, wenn auch seinerseits psychisch versehrt.

Verblüffend modern ist Gaito Gasdanows «metaphysischer Thriller» aber nicht nur, weil er sich wie das Protokoll einer posttraumatischen Belastungsstörung liest trickreich erzählt, führt er mitten in universelle menschliche Abgründe.

Franziska Hirsbrunner im Gespräch mit der Übersetzerin Rosemarie Tietze.

«Das Phantom des Alexander Wolf» von Gaito Gasdanow (Hanser)

Autor/in: Franziska Hirsbrunner