«Der Boxer» von Szczepan Twardoch

Szczepan Twardoch ist einer der interessantesten polnischen Autoren derzeit und wird als «polnischer Hemingway» gehandelt. In seinem neuen Roman «Der Boxer» erzählt er die Geschichte eines jüdischen Verbrechers Ende der 1930er Jahre.

Portrait Szczepan Twardoch
Bildlegende: Szczepan Twardoch ist einer der interessantesten polnischen Autoren derzeit und wird als «polnischer Hemingway» gehandelt. @Zuza Krajewska

Der junge Boxer Jakub Shapiro erpresst als rechte Hand eines Mafia-Bosses in Warschau 1937 Schutzgeld und führt Auftragsmorde durch, bis die Nationalsozialisten dem Treiben ein Ende machen.

Durch eine raffinierte und unkonventionelle Erzählinstanz und -technik schildert Twardoch die Welt der Bordelle, Drogen und Strassenkämpfe gegen die Faschisten so lebendig, dass sich dieser zeithistorische Roman wie ein Thriller liest.

Nicola Steiner spricht mit dem Autor und seinem Übersetzer Olaf Kühl über exzessive Gewalt als literarisches Stilmittel, über gängige Opfer-Täter-Schemata, die historischen Hintergründe, aus denen sich das Buch speist, und darüber, was uns diese Geschichte heute noch zu sagen hat.

Buchhinweis:
Szczepan Twardoch. Der Boxer. Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Rowohlt, 2018.

Autor/in: Nicola Steiner