«Liebesbrand» von Feridun Zaimoglu

Bekannt geworden mit «Kanak Sprak» und zuletzt «Leyla», hat der siebenjährig aus Anatolien nach Deutschland eingewanderte Feridun Zaimoglu jetzt einen kühnen Liebesroman verfasst: Sein gleichfalls türkischstämmiger deutscher Protagonist verliebt sich bei einem dramatischen Busunglück in seine Retterin und folgt ihr ins niedersächsische Provinznest ebenso wie später nach Prag und Wien - befeuert von einem «Liebesbrand», der sich an der deutschen Romantik ebenso orientiert wie an der orientalischen Frauenanbetung.

Ein ebenso ernsthafter wie selbstironischer, scheinbar unzeitgemässer Versuch, statt beiläufige Paarungsübungen zu beschreiben die alte Idee der grossen Liebe neu zu denken - sprachmächtig und berührend. Hans Ulrich Probst hat den 44-jährigen Autor befragt und aus «Liebesbrand» lesen lassen.