«Nachtgeschwister» von Natascha Wodin

Eine liebesbedürftige Frau, ein geniales Monster, der europäische Ost-West-Gegensatz und das Schreiben - das sind die Themen von Natascha Wodins Roman «Nachtgeschwister».

Das Monster ist ein bekannter Schriftsteller aus der DDR, der kurz vor der Wende in den Westen kommt - und sie kaum überlebt. Die Erzählerin schildert ihre dramatische Beziehung zu diesem ebenso faszinierenden wie abstossenden Mann, von dem sie sagt, er habe ein Kinder- und ein Mördergesicht: Eine Beziehung, die sie weder leben noch abbrechen kann. Einzig das Schreiben verbindet die beiden. Natascha Wodin, geboren 1945 in Bayern als Kind verschleppter Zwangsarbeiter aus der damaligen Sowjetunion, gelingt es, durch die genaue Schilderung individueller, ja pathologischer Charaktere eine Epoche zu erfassen: die deutsche Zeitenwende von 1989.Mit der Autorin spricht Felix Schneider.

Redaktion: Margrit Stalder