Appenzeller Siedwurst

Ist der Sommer die Zeit der Bratwürste, so freut man sich im Herbst und Winter auf die im Wasser gesottenen Würste. Eine von diesen ist die Appenzeller Siedwurst.

Ein Paar Würste auf einem weissen Teller.
Bildlegende: Die Appenzeller Siedwurst ist eine Traditionswurst jüngeren Datums. Schofför/Wikimedia Commons

Bei der Appenzeller Siedwurst handelt es sich um eine sogenannte Brühwurst, also um eine Wurst, die entweder bei der Produktion oder zu Hause erhitzt wird, damit die Wurstfüllung fest wird.

Hauptsächlich aus Rindfleisch

Wie bei der St. Galler Kalbsbratwurst und der Glarner Kalberwurst besteht die Füllung aus einem feinen, hellen Brät. Die Siedwurst wird zum grossen Teil aus Rindfleisch hergestellt. Manchmal wird zusätzlich auch noch Kalbfleisch verwendet. Zur Abrundung kommt Schweinespeck dazu, denn ohne Fett lässt sich keine gute Wurst herstellen. Gewürzt wird mit Kochsalz und mit den klassischen Wurstgewürzen Knoblauch, Pfeffer, Muskatnuss und Kümmel.

Tradition jüngeren Datums

Wie alle Würste mit einer sehr feinen, emulsionsartigen Füllung ist auch die Appenzeller Siedwurst in der heutigen Form keine alte Wurst. Denn es braucht für ihre Herstellung den sogenannten «Blitz». Das ist ein grosser Cutter mit scharfen Messern, der das Fleisch hochtourig zerschneidet. Und diese Cutter sind erst in den 1920er Jahren aufgekommen.

Die Appenzeller Siedwurst ist somit ein Beispiel für eine kulinarische Tradition jüngeren Datums, da ihre Herstellung erst dank neuer technischer Hilfsmittel möglich wurde.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Rudolf Trefzer