Avocado – Trend-Frucht mit miserabler Ökobilanz

Die Avocado gilt als gesund und nahrhaft und ist als Superfood besonders bei Vegetariern und Veganern beliebt. Doch der Hype um die grüne, matschige Frucht ist höchst problematisch: ihre Ökobilanz ist nämlich miserabel.

Aufgeschnittene Avocado.
Bildlegende: Delikat: Avocados überleben den oft weiten Transport nur gut gepolstert und gekühlt. Colourbox

Die Avocado ist das richtige Produkt für die heutige Zeit. Einer dieser Trends ist die vegane Ernährung: Als pflanzliches Produkt mit einem hohen Fettanteil kann die Avocado in der veganen Küche Butter und Eier ersetzen. Und da die gerne als Superfood titulierte Avocado zudem als besonders gesund gilt, ist sie gewissermassen zur Projektionsfläche des Guten geworden: Man darf mit gutem und reinem Gewissen Avocados essen, da man nicht nur für sich, sondern auch für die Umwelt etwas Gutes zu tun glaubt.

1000 Liter Wasser für drei Avocados

Doch Tatsache ist, dass die Avocado eine miserable Ökobilanz aufweist. Die ursprünglich aus Mittelamerika stammende Avocado wird heute rund um den Globus in tropischen und subtropischen Gebieten, aber auch im Mittelmeergebiet angebaut. Vielfach handelt es sich um Gebiete, wo zwar das Klima stimmt, aber das Wasser knapp ist.

Doch der Avocado-Anbau ist äusserst wasserintensiv: Um ein Kilo Avocados (drei Avocados) zu erzeugen, braucht es rund 1000 Liter Wasser. Wasser, das dann anderswo fehlt.

Damit nicht genug: Zur illegalen Abholzung von Wäldern führt der Avocado-Boom in Mexiko, dem weltweit grössten Avocado-Erzeugerland. Zusätzlich verschlechtert wird die Ökobilanz durch den aufwändigen und langen, energieintensiven Transport, da Avocados nur gut gepolstert und in Kühlschiffen den langen Transport heil überstehen.

Redaktion: Ruedi Trefzer