Birkensaft: Das Wunderwasser aus dem Baum?

Verjüngend soll er wirken, den Haarwuchs soll er anregen – und macht er gar fruchtbar? Über den Birkensaft gibt es viele Geschichten. Wunder sollte man aber keine erwarten.

Viele Birkenstämme
Bildlegende: Die Birke steht unter anderem für: Frühling, Fruchtbarkeit und dank ihrer hellen Rinde für Schutz im Dunkeln. colourbox.com

In Skandinavien, Russland und Nordchina hat Birkensaft Tradition: Im Frühling, wenn die Birke Knospen macht, wird die Rinde angeritzt und literweise Birkensaft tritt aus. Ein Baum zieht pro Tag bis zu zehn Liter Wasser aus dem Boden, ist also ein riesiger Wasserbehälter.

Wald trinken

Das Wasser hat die Aufgabe, die spriessenden Blätter mit Nährstoffen aus dem Boden zu versorgen. Also wird der Saft aus der Birke als besonders nährstoffreich gehandelt.

«Birkensaft schmeckt nach Wald», erklärt Daniel Schwendimann. Er holt mit der Firma «Columbus» Getränke und Snacks aus der ganzen Welt in die Schweiz. «100 Prozent Birkensaft ist für unseren Geschmack kaum trinkbar. Unser ‹Birch Water› enthält also nur 60 Prozent Birkensaft.»

Süssgetränke sind kein Wasser

Für Daniel Schwendimann ist das Birkenwasser trotz der guten Inhaltsstoffe ein Durstlöscher, kein Wellnessgetränk. «Es ist nicht wissenschaftlich bewiesen, dass Birkensaft eine gesundheitsfördernde Wirkung hat», sagt er.

Auch für Ernährungsberaterin Stéphanie Hochstrasser ist das Birkenwasser keine Alternative zu Wasser. Obwohl das Getränk etwa dreimal weniger Kalorien und Zucker enthalte als andere Süssgetränke, falle es in der Lebensmittelpyramide in die Stufe der Genussmittel. «Wasser ist und bleibt der Durstlöscher Nummer eins», so die Expertin.

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Brigitte Wenger