Bondola: Rotweinrarität aus dem Tessin

Bis der Merlot im Tessin seinen Siegeszug antrat, war die Bondola die wichtigste Rebsorte im Sopraceneri. Heute ist sie eine Rarität, die nur noch von wenigen Winzern angebaut wird.

Weinberg im Sopraceneri.
Bildlegende: Weinberg im Sopraceneri, der Heimat der Bondola-Rebe. zvg

Es gibt sie noch in der Schweiz, die alten einheimischen Rebsorten, die vom Weinbau früherer Zeiten künden. Eine von ihnen ist die alte Tessiner Rotweinsorte Bondola. Vor dem Einfall der Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts war sie im Sopraceneri, dem oberen Kantonsteil, die dominierende Rebsorte. Im Verlauf des 20. Jahrhundert wurde die Bondola dann aber von der qualitativ hochwertigen Bordolaiser Rebsorte Merlot verdrängt. Mit einer Rebfläche von nur noch rund zehn Hektaren fristet sie heute im Sopraceneri ein Nischendasein.

Die Bondola eine ertragreiche Rebsorte, deren Wüchsigkeit im Rebberg gebändigt werden muss, damit im Wein die subtilen Aromen von Sauerkirschen sowie roten und mitunter auch schwarzen Beeren nicht von der sortentypischen Säure überdeckt werden. Mit ihrer saftigen Säure und ihrer charmanten Rustikalität sind die Bondola-Gewächse wunderbare Essensbegleiter. Leicht gekühlt serviert, passen sie hervorragend zu den deftigen Gerichten der traditionellen Tessiner Küche, beispielsweise zu einem «Affetato misto», einer gemischten Käse- und Fleischplatte, oder zu einem Risotto.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer