Brunello di Montalcino - Weinmonument aus der Toskana

Der Brunello di Montalcino gehört heute neben dem Barolo aus dem Piemont und dem venezianischen Amarone zu den drei international bekanntesten und angesehensten Rotweinen Italiens.

Reben in der Toscana.
Bildlegende: 1960 füllten lediglich elf Betriebe Brunello ab. Heute sind es rund 200 Weinbaubetriebe, die Brunello erzeugen. Colourbox

Was seinen Bekanntheitsgrad und seine Reputation anbelangt, so ist der Brunello mit dem piemontesischen Barolo vergleichbar. Zwar unterscheiden sich die beiden Weintypen in Duft und Geschmack deutlich voneinander, aber was ihren Ursprung anbelangt, haben sie eine ähnliche Geschichte.

Beide Weine entstanden in ihrer heutigen Machart erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie sind beide das Resultat von Bemühungen, grosse, langlebige Weine zu erzeugen.

Um 1870 herum hatte der junge Weinproduzent Ferruccio Biondi-Santi damit begonnen, in den Weinbergen des Familienweinguts «Il Greppo» einen hochwertigen Sangiovese-Klon zu selektionieren: den Sangiovese grosso, der auch Brunello genannt wird.

Doch damit nicht genug: Entgegen der Tradition, verschiedene rote und auch weisse Traubensorten zu mischen und daraus leichte, süffige Alltagsweine zu keltern, erzeugte Biondi-Santi einen reinsortigen, vollmundig-kräftigen Sangiovese-Rotwein. Mit dem Jahrgang 1888 war es dann soweit: nach jahrelangem Fassausbau füllte Biondi-Santi erstmals seinen Brunello in Flaschen ab.

Der Brunello war von Anfang an nicht nur ein ungewöhnlicher Wein, sondern auch eine teure Rarität. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war das Haus Biondi-Santi der einzige kommerzielle Erzeuger dieses Weins. Und da Biondi-Santi seit der Lancierung des Brunello bis 1945 nur gerade vier Jahrgänge (1888, 1891, 1925 und 1945) herausbrachte, genoss dieser Wein von allen italienischen Rotweinen das höchste Prestige.

Noch 1960 füllten lediglich elf Betriebe Brunello ab. In der Folge nahm die Zahl der Produzenten anfangs langsam, ab den 1980er Jahren jedoch sprunghaft zu. Zählte man 1980 immerhin schon 53 Produzenten, so sind es heute rund 200 Weinbaubetriebe, die ihren eigenen Brunello erzeugen und abfüllen.

Redaktion: Rudolf Trefzer