Das Priorat – Kataloniens älteste Weinbauregion

Bis in die 1980er Jahre war die katalonische Weinbauregion Priorat « terra incognita». Heute dagegen gehören die Gewächse aus diesem kleinen, beeindruckenden Anbaugebiet zu den rennomiertesten und teuersten ganz Spaniens.

Reben in der Weinbauregion Priorat.
Bildlegende: Weine aus dem Priolrat gehören heute zu den rennomiertesten und teuersten Weine Spaniens. zVg

Das Priorat gilt als Kataloniens älteste Weinbauregion. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte das Gebiet einen kurzen Boom, den es der Ausbreitung der aus Übersee eingeschleppten Reblaus im übrigen Europa verdankte.

Da die Weinberge in Katalonien anfangs nicht vom Schädling befallen wurden, konnten die katalanischen Winzer ihre Weine in die bereits befallenen Gebiete Europas exportieren. Doch 1894 erreichte die Reblaus schliesslich auch das Priorat und beendete damit die exportbedingten Boomjahre schlagartig.

Die Rebfläche, die in den Boomjahren bis zu 10'000 Hektaren betragen haben soll, schrumpfte auf weniger als 1000 Hektaren. Noch anfangs der 1980er Jahre war das Priorat eine zwar landschaftlich beeindruckende, aber weinbaulich fast vergessene Region, in der nur gerade zwei Weingüter und eine Genossenschaftskellerei eher plumpe, alkoholschwere Weine erzeugten.

Erst Ende der 1980er Jahre begann im Priorat die Renaissance, als eine kleine Gruppe von Winzerpionieren damit begann, in den steinig-kargen, steilen, vielfach terrassierten Weinbergen komplexe, kräftig-tiefgründige Rotweine mit einem guten Alterungspotenzial zu erzeugen.

Heute gehören die Rotweine aus dem Priorat, die vor allem aus den beiden traditionellen Traubensorten Garnacha (Grenache) und Cariñena (Carignan) erzeugt werden, zu Spaniens Vorzeigeweinen.

Redaktion: Rudolf Trefzer