Der Winzerberuf als Berufung

Die 1980er-Jahre gelten im europäischen Weinbau als Zeit des Aufbruchs und der Qualitätsrevolution. Auffallend ist dabei, dass in jener Zeit viele Quereinsteiger ihre angestammten Berufe an den Nagel hängten und sich dem Weinbau zuwandten.

Reben hängen hoch über dem Genfersee.
Bildlegende: Quereinsteiger haben dem Schweizer Weinbau wichtige und nachhaltig wirkende Impulse gebracht. Keystone

Wer sich entschliesst, seinen Beruf an den Nagel zu hängen und sich auf etwas ganz Neues einzulassen, der wechselt nicht einfach nur den Job. Er orientiert sich in seinem Leben neu. Dazu braucht es Mut und Risikobereitschaft.

Grosser Ehrgeiz

Mit dem Quereinstieg verbunden sind auch die Motivation und der Ehrgeiz, in seinem neuen Beruf das Beste zu geben und qualitativ hochstehende Produkte zu erzeugen. So erging es den Weinbau-Quereinsteigern in den 1980er-Jahren und auch später.

Quereinsteiger sind oft Querdenker

Neben Motivation und Ehrgeiz kommt noch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: Quereinsteiger sind oft auch Querdenker. Das heisst, sie haben und entwickeln häufig frische und ungewöhnliche Ideen. Sie sind oft weniger von den Denkmustern und den herrschenden Traditionen befangen als ihre Kolleginnen und Kollegen, die in einer Winzerfamilie aufgewachsen sind. Tatsächlich verdankt der Schweizer Weinbau von Pioniergeist und Qualitätsstreben beseelten Quereinsteigern wichtige und nachhaltig wirkende Impulse.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Rudolf Trefzer