Fasnachtschüechli – Hauchdünnes Wintergebäck

Jetzt ist sie wieder da, die Zeit der Fasnachtschüechli. Gemeint ist damit das süsse, hauchdünne und leicht zerbrechliche Gebäck, von dem man, wenn man einmal zu knabbern begonnen hat, nicht genug bekommen kann.

Fasnachts-Chüechli, Chneublätz, Chilbiblätz oder Öhrli.
Bildlegende: Fasnachts-Chüechli, Chneublätz, Chilbiblätz oder Öhrli. wikimedia commons / Irmgard

Nach der Fasnacht begann am Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit. Das waren für viele Leute entbehrungsreiche, kulinarisch oftmals eher armselige Tage. Da wollte man sich verständlicherweise vorher nochmals so richtig den Bauch voll schlagen jeder nach seinen Möglichkeiten.

Der erste schriftliche Nachweis für diesen kulinarischen Brauch stammt aus dem Jahre 1445, aus dem Kloster Klingental in Basel. Im religiösen Milieu und in den wohlhabenderen Familien scheint es in allen Landesteilen Brauch gewesen zu sein, in der Vorfastenzeit Fettgebäck wie die Fasnachtschüechli zuzubereiten und zu essen.

Heute stellt jedoch kaum mehr jemand die Fasnachtschüechli zu Hause selber her. Der Arbeitsaufwand ist recht gross, und da sie ja im Fett ausgebacken werden müssen, riecht  danach die ganze Wohnung oder das ganze Haus nach Fett.

Selbst viele Bäckereien verzichten heute auf ihre Herstellung und überlassen das Geschäft mit den Fasnachtschüechli den beiden Grossverteilern, deren Marktanteil bei über 90 Prozent liegt.

Redaktion: Rudolf Trefzer