Karden – Ein (noch) wenig bekanntes Wintergemüse

Die Karden sind ein Distelgewächs, von dem man anders als bei der Artischocke nicht die Blütenköpfe, sondern die knackigen Blattstiele isst. Ihr Geschmack ist mit jenem der Artischocken vergleichbar.

Nicht der Kopf, sondern die Blattstiele der Karden sind essbar.
Bildlegende: Nicht der Kopf, sondern die Blattstiele der Karden sind essbar. istockphoto

Im Piemont sind sie eines der beliebtesten Herbst- und Wintergemüse. Nördlich der Alpen findet man sie jedoch (noch) kaum auf den Märkten. Karden werden vor allem in Italien, Spanien und Südfrankreich angebaut und gegessen. In der Schweiz kultiviert man sie im Kanton Genf. Unter den verschiedenen Typen gelten die cardi gobbi, die in der Gegend um das piemontesische Städtchen Nizza Monferrato kultiviert werden, als die besten.

Damit die Karden ihre ausgeprägten Bitterstoffe verlieren, muss den Pflanzen während rund eines Monats das Licht entzogen werden, z.B. indem man die Pflanzen auf dem Feld mit lichtundurchlässigen Folien einwickelt. Bei der klassischen, im Piemont noch immer verbreiteten Methode werden die Stauden zusammengebunden, gebogen und rund einen Monat lang eingegraben. Danach gräbt man sie wieder aus und entfernt die äusseren Blätter. Übrig bleibt das Herz, das man auf verschiedenste Arten in der Küche verarbeiten kann.

Moderation: Stefan Kohler, Redaktion: Rudolf Trefzer