Kochen mit Blut – ein Tipp für Ei-Allergiker

Wer die «Nose-to-tail»- Küche zu Ende denkt, müsste in der Küche nicht nur «Schnörli», «Schwänzli», «Züngli» und Innereien zubereiten, sondern auch mit Blut kochen.

Blut wird durch ein Sieb geschüttet.
Bildlegende: Blut eignet sich in der Küche als Ei-Ersatz. Colourbox

Schlachtet man nämlich beispielsweise ein Schwein fallen zwischen 2,5 und 4,5 Liter Blut an. Und dieses landet, statt auf unsern Tellern, meist in der Tiernahrung oder wird für Medikamente oder Kosmetika gebraucht. Schade, sagt Laura Schälchli eine junge Zürcher Gastronomin und Mitglied von «Slow Food Youth».

Blut soll wieder «salonfähig» werden

Die 34-Jährige hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, Blut in der Küche wieder «salonfähig» zu machen und veranstaltet unter dem Label «Sobre Mesa» Blut-Kochkurse und Abendessen, an denen Blutgerichte serviert werden.

Viel Eisen und Protein

Blut, sagt Laura Schälchli, enthält viel Eisen und Potein. Es sei in der Küche ein ausgezeichnetes Bindemitttel und zeichne sich durch einen feinen, leicht an Eisen erinnernden Geschmack aus.

Blut ist zudem beim Backen ein perfekter Ersatz für Eier. Ein grosser Vorteil für Ei-Allergiker, die beim Kuchenbacken pro Ei einfach 65 Gramm Blut zum Teig geben können, sagt Laura Schälchli.

Blut lasse sich auch sehr gut mit Schokolade kombinieren und passe ausgezeichnet zu warmen Gewürzen, wie Nelke, Zimt oder Muskatnuss.

Blut-Brownies für «Beginners»

Anfängern, die zum ersten Mal mit Blut kochen, empfielt Laura Schälchli zum Beispiel die Zubereitung von Blut-Brownies. Bei diesen wird anstelle von Eiern Blut verwendet. (Siehe Rezept)

Tipps im Umgang mit Blut in der Küche:

  • Blut kriegt man auf Vorbestellung in der Metzgerei.
  • Blut hält sich im Kühlschrank problemlos drei bis fünf Tage und ist punkto Hygiene nicht anspruchvoller als Geflügelfleisch, rohe Eier oder Innereien.
  • Sollte das Blut im Kühlschrank leicht gerinnen, kann man es kurz etwas aufschlagen, allenfalls einen Spritzer Essig zugeben oder das Blut vor dem Verwenden durch ein feines Sieb giessen.
  • Grundsätzlich lässt sich das Blut von allen Schlacht-Tieren verwenden. Ob man in der Küche lieber Lamm-, Rinder-, Hühner- oder das gschmacksintensivere Schweineblut braucht, ist reine Geschmackssache.
  • Blut ist günstig. Für einen Liter Blut zahlt man nicht mehr als ein paar Franken.

Redaktion: Maja Brunner