Landfrauenküche: Was wird da gekocht?

Seit neun Jahren gibt es die beliebte TV-Sendung «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche». Im dritten und neusten Landfrauen-Buch verraten die Teilnehmerinnen der Jahre 2013 bis 2015 ihre Rezepte. Nicht alles im Buch ist nach dem Geschmack des Radio SRF 1-Experten für Ess- und Trinkkultur.

Eine blonde Frau steht in der Küche und schneidet eine Tomate.
Bildlegende: Suzanne Rusterholz war 2015 Teil der neunten Staffel von «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche». SRF/Ueli Christoffel

Das Spektrum der zubereiteten Gerichte ist breit. Einerseits gibt es im neusten Landfrauen-Buch die bodenständigen Klassiker der Landküche wie «Schnitz und Drunder» und Capuns. Es gibt aber auch kreative Gerichte mit regionalen Zutaten, zum Beispiel eine Ringelblumensuppe oder ein Löwenzahnblütenglacé, oder kulinarische Importe aus anderen Ländern, allen voran Italien. Viele Gerichte der italienischen Küche sind längst zu unserem eigenen kulinarischen Repertoire geworden.

Leider nur die Edelstücke

Bei den Fleischgerichten fällt negativ auf, dass nur Edelstücke zubereitet wurden: Entrecôte, Filet, Haxen, Entenbrüstli, Rehrücken, Steaks. Zur ländlichen Bodenständigkeit gehört auch, dass alles verwertet wird, was essbar ist.

Wo also bleiben die Innereien und die weniger noblen Fleischteile, die sich doch so wunderbar in eigenständige und schmackhafte Gerichte verwandeln lassen? Offensichtlich hat niemand den Mut oder die Fähigkeit gehabt, so etwas wie Zunge, Ochsenschwanz oder Kalbskopf zuzubereiten.

Moderation: Rudolf Trefzer, Redaktion: Adrian Küpfer