Linsen - verschmäht und verehrt

Obwohl sie seit den Anfängen der menschlichen Ackerbaukultur vor zehntausend Jahren angebaut werden, werden Linsen von vielen eher verschmäht als verehrt. Dabei hat die ebenso gesunde wie schmackhafte Hülsenfrucht kulinarisch einiges zu bieten.

Es gibt verschiedene Linsensorten, die sich in Grösse und Farbe unterscheiden.
Bildlegende: Es gibt verschiedene Linsensorten, die sich in Grösse und Farbe unterscheiden. colourbox

Linsen sind verglichen mit anderen Nahrungsmitteln immer recht billig gewesen. Deshalb gelten sie bis heute bei uns als Armenspeise. Und da Armenspeisen in den Augen der Bessergestellten einfach nicht besonders gut schmecken können und dürfen, haben die Linsen bis heute unter diesem snobistischen Vorurteil zu leiden.

Linsen haben von allen Hülsenfrüchten den höchsten Proteingehalt. Deshalb werden sie in Indien, wo weltweit am meisten Vegetarier leben, so hoch geschätzt und beinahe bei jeder Mahlzeit aufgetischt. Es gibt verschiedene Linsensorten, die sich in Grösse und Farbe unterscheiden. Bei uns traditionell verbreitet sind die braunen Linsen, in Indien dagegen sind die kleineren roten, gelben und schwarzen Linsen beliebt. Kulinarisch besonders interessant sind die grünen Puy-Linsen aus der Auvergne in Frankreich. Sie bleiben knackig und haben einen wunderbaren, leicht nussigen Geschmack.

Linsen kann, muss man aber vor dem Kochen nicht einweichen. Eingeweichte Linsen sind allerdings schneller gar. Salzen sollte man die Linsen erst, wenn sie gar sind.

Autor/in: Rudolf Trefzer, Moderation: Stefan Kohler, Redaktion: Stefan Wüthrich