Magere Zeiten – Essen an Fastentagen

Was in früheren Zeiten auf die Esstische gelangte, war nicht nur von der sozialen Stellung der Menschen und ihren Lebensumständen abhängig, sondern auch von der Kirche, die den Menschen verbot, an Fastentagen und während der Fastenzeiten Fleisch zu essen.

Stockfisch
Bildlegende: Stockfisch war in vielen Gebieten Europas eine verbreitete Fastenspeise. colourbox

Die Zahl der von der Kirche vorgeschriebenen Fastentage variierte je nach Zeit und Gebiet. Es gab Zeiten und Gebiete, wo an mehr als 200 Tagen pro Jahr kein Fleisch von warmblütigen Tieren essen durfte. Im Laufe der Zeit wurde die Zahl der Fastentage reduziert. Im Spätmittelalter waren es immerhin noch rund 150 Tage!

Während der Fastentage und Fastenzeiten war der Konsum von Fleisch von warmblütigen Tieren verboten. Fische und das Fleisch aller im Wasser lebenden Tiere (wie jenes der Fischotter und Biber) waren dagegen erlaubt. Zeitweise verboten waren auch alle Nahrungsmittel, die aus der Tierhaltung stammten: Schmalz, Fett, Milch, Butter, Käse und Eier. Diese Verbote wurden jedoch im Laufe der Zeit gelockert. Ende des 15. Jahrhunderts erlaubte die Kirche offiziell auch den Konsum von Butter, Käse und Eiern.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer