Mikrowelle: Krebsgefahr ist ein Mythos

Vor 70 Jahren wurde der Mikrowellenherd vom US-amerikanischen Ingenieur Percy Spencer patentiert. Seither scheidet er die Geister. Die einen wollen nicht darauf verzichten, weil er einfach praktisch ist, für andere ist er gefährlich, ungesund und unästhetisch.

Frau stellt Essen in den Mikrowellenherd.
Bildlegende: Unheimlich aber ungefährlich. colourbox.com

«Was der Mensch nicht sehen kann, kann nicht sicher sein.» So erklärt sich Martin Loessner, Professor für Lebensmittelmikrobiologie an der ETH Zürich, die vielen Mikrowellenherd-Skeptiker. Dabei sei das Erwärmen mit der Mikrowelle weniger krebsgefährdend als das Kochen auf dem Herd oder dem Feuer. «Die Mikrowelle ist auch weniger gefährlich als das Benutzen eines Handys.»

Denn auch das Mobiltelefon habe einen Mikrowellengenerator. Und dieses Mobiltelefon halten wir uns direkt an den Kopf. Die Mikrowellen im Ofen treten nicht aus dem Gerät aus, ausser das Gerät ist beschädigt.

Dass der Mikrowellenherd Krebs verursacht, dementiert der Lebensmittelmikrobiologe. Krebserregende Stoffe entstünden bei Verbrennungen der Lebensmittel, wie zum Beispiel auf dem Grill. Richtig angewendet sollte der Mikrowellenherd jedoch keine Lebensmittel verbrennen.

So wenden Sie den Mikrowellenherd richtig an:

  • Der Herd soll intakt und mit einem Drehteller ausgestattet sein.
  • Der Herd eignet sich zum Aufwärmen von Resten, zum Erwärmen von kleinen Mengen und zum Auftauen von Gefrorenem. Der Herd erzeugt keine Röstaromen, das Essen aus der Mikrowelle schmeckt also eher langweilig.
  • Nach dem Erwärmen im Mikrowellenofen soll man die Speise oder die Flüssigkeit umrühren, denn sie könnten ungleichmässig warm sein.
  • Die Mikrowellen erwärmen nur Wasser- und Fettmoleküle. Ist die Speise zu trocken, verbrennt sie.
  • Geeignete Gefässe sind: Glas oder Porzellan. Ungeeignete Gefässe sind: Steingut, Metall, Melamin.
  • Die Haube über dem Essen macht Sinn. Erstens wird das Innere des Ofens nicht schmutzig und zweitens hält die Haube den Wasserdampf nahe der Speise.

Redaktion: Brigitte Wenger