Mispeln: Eine fast vergessene Frucht

In früheren Zeiten war die Mispel ein wichtiges und beliebtes Fruchtgehölz. Leider ist es mit den Jahren in Vergessenheit geraten. Wir lassen die Mispel neu aufleben und sagen, wie die Frucht am besten schmeckt.

Mispeln hängen am Baum.
Bildlegende: Mispeln schmecken am besten, wenn sie gekocht sind. Wikimedia / Rwimmer

«Nomen est omen», aber nicht immer

Der Mispelbaum gehört wie die Quitte zur Familie der Rosengewächse. Und obwohl die sogenannt echte Mispel auf Lateinisch «Mespilus germanica» heisst, stammt sie ursprünglich nicht aus Deutschland, sondern aus dem Kaukasus, Kleinasien, dem nördlichen Iran und Griechenland.

Das «Näschpli» aus der Innerschweiz

In Süd-, Mittel- und Westeuropa ist der Mispelbaum seit ungefähr zweitausend Jahren nachgewiesen. Und im Mittelalter war die Mispel in Europa ein weit verbreiteter und geschätzter Fruchtbaum – auch in der Schweiz. So etwa in der Innerschweiz, wo man die Mispelfrüchte als «Näschpli» bezeichnet, in Anlehnung an den italienischen Namen «nespole».

Erst durch Frost und Lagerung geniessbar

Die rundlichen Früchte sind gelbbraun und etwa so gross wie eine Pflaume. Bis zu den ersten Frösten Ende Oktober, Anfang November bleiben die Früchte steinhart und sind ungeniessbar. Erst nach einem Frost oder nach längerer Lagerung bekommt das Fruchtfleisch der Mispeln eine rotbraune Farbe und wird teigig weich.

Im Geschmack erinnern Mispeln an eine Mischung von Birnen und Feigen. Man kann sie zwar roh essen, aber besser schmecken sie gekocht, indem man sie zu Konfitüren und musartigen Füllungen für Kuchen oder Nussgipfel verarbeitet.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Rudolf Trefzer