Naturwein – Ein neuer Begriff wird Mode

Seit einigen Jahren ist viel von sogenannten Naturweinen die Rede. Das Ziel der Naturweinproduzenten ist die Suche nach dem natürlichen und authentischen Geschmack des Weins. Dabei gehen sie noch einen Schritt weiter als die Bio-Winzer.

Rote Trauben am Stock.
Bildlegende: Natureweine sollen den natürlichen Geschmack der Trauben zum Ausdruck bringen colourbox

Wein ist ein Naturprodukt, das aus vergorenen Trauben gewonnen wird. Genau genommen ist Wein dabei nichts anderes als ein haltbar gemachtes Zwischenprodukt eines natürlichen Zersetzungsvorgangs. Doch ohne gezielte Eingriffe des Menschen im Rebberg und im Keller würde kein trinkbarer Wein entstehen. Die Frage ist dabei, wie weit sollen diese Eingriffe gehen, welche Techniken und Hilfsmittel sollen angewendet werden und auf welche soll bewusst verzichtet werden. Die Vertreter der Naturweinszene sind der Ansicht, dass man bei der Weinerzeugung der Natur möglichst freien Lauf lassen und nur soweit eingreifen sollte, wie das nötig ist.

Die Grundlage für die Erzeugung von Naturweinen ist der Bio-Weinbau. Doch die Naturweinbewegung geht da noch einen Schritt weiter. Sie finden, dass die Bio-Produktionsreglemente zu tolerant seien, was die erlaubten Techniken und Hilfsmittel bei der Weinerzeugung im Keller anbelangt. Die Erzeuger von Naturweinen lehnen auch alle natürlichen, von den Bio-Labels zugelassenen Hilfsmittel und Zusatzstoffe ab, die bei der Vinifizierung im Weinkeller die natürliche Entstehung des Weins geschmacklich beeinflussen könnten.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer