Russische Eier und russischer Salat: Was ist hier russisch?

Es gibt zahlreiche Gerichte, die «à la russe» sind. Doch was ist denn an diesen Gerichten wirklich russisch? «À point»-Küchenexperte Rudolf Trefzer nimmt russische Eier und den russischen Salat unter die Lupe.

Teller, gefüllt mir russichem Salat.
Bildlegende: Russischer Salat besteht heute aus gekochten Kartoffeln, Karotten, Erbsen, Salzgurken, Pouletfleisch und Eiern. Colourbox

Russische Eier sind ein beliebter Snack, den man zum Aperitif serviert oder als Garnitur verwendet. Es handelt sich dabei um gekochte, halbierte Eier, die man anstelle des Eigelbs mit einer cremigen Farce füllt.

Klassisch sind zwei Füllungen: eine Mayonnaise oder eine sogenannte Remoulade (eine mit Senf, gehackten Kräutern, Kapern und Sardellen angereicherte Mayonnaise). Dazu kommt als Garnitur roter oder schwarzer Kaviar. Dieser Kaviar-Garnitur verdanken die russischen Eier vermutlich auch ihren Namen.

Der russische Salat dagegen ist genau genommen keine russische Erfindung. Er wurde angeblich vom französischen Koch Lucien Olivier in den 1860er-Jahren im zaristischen Russland kreiert. Olivier betrieb damals in Moskau ein französisches Spezialitätenrestaurant.

Enthielt das Originalrezept noch exklusive Zutaten wie das Fleisch wilder Haselhühner, Kalbszunge, schwarzen Kaviar, gekochte Flusskrebse, kleine Cornichons und Kapern, so besteht der russische Salat heute aus gekochten und klein geschnittenen Kartoffeln und Karotten, grünen Erbsen, Salzgurken, gekochtem Poulet- oder Rindfleisch, hart gekochten Eiern und einer Mayonnaise-Sauce. In Russland ist der russische Salat der beliebteste Salat unter den russischen Spezialitäten.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Rudolf Trefzer