Verdicchio – Weisser Charakterwein aus Italien

Im östlichen Mittelitalien liegt die Region Marken. Doch die hier erzeugten Weine sind nur wenigen Liebhabern ein Begriff. Zu Unrecht, denn aus der Rebsorte Verdicchio werden bemerkenswert eigenständige und qualitativ hochstehende Weissweine erzeugt.

Weinflaschen in Gestell.
Bildlegende: Verdicchio-Weine können gut altern. colourbox

Es gibt zwei Verdicchio-Anbauzonen, die des Verdicchio dei Castelli di Jesi sowie jene des Verdicchio di Matelica. In der ersteren, grösseren Appellation, die vom ausgleichenden Einfluss des nahen Meeres geprägt ist, sind im Gebiet bei der Stadt Jesi 2150 Hektaren mit Verdicchio bepflanzt. Die Rebberge liegen zwischen 100 und 550 Höhenmetern. Rund um die Stadt Matelica im gebirgigen Landesinneren mit seinem raueren, kontinentalen Klima, wachsen die Verdiccio-Reben auf rund 210 Hektaren in Höhenlagen zwischen 400 und 900 Metern. Die Weine geraten hier in der Regel frischer und säurereicher und dadurch auch langlebiger als jene des tiefergelegenen Anbaugebiets um Jesi.

Doch aller feiner Unterschiede zum Trotz: sie sind hervorragende Essensbegleiter. Besonders gut passen sie zu mediterranen Gerichten, zu Vorspeisen aller Art, zu Fischgerichten, aber auch zu leichteren Fleischzubereitungen. Zusätzlich harmonieren sie gut mit Produkten wie Artischocken oder Radicchio, die wegen ihrer Bitterstoffe schwierig mit Wein zu kombinieren sind. Erfreulich ist zudem, dass die Verdicchio-Gewächse (noch) zu freundschaftlichen Preisen von meistens unter 20 Franken in Weinfachgeschäften erhältlich sind.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Rudolf Trefzer