Weinland Schweiz: Das Wallis

Mit knapp 5'000 Hektaren Rebfläche ist das Wallis nicht nur das grösste Weinbaugebiet der Schweiz, sondern zugleich auch das Gebiet mit der grössten Rebsortenvielfalt.

Das Bild zeigt eine Aussicht im Walis mit Bergen und Rebbergen.
Bildlegende: Zwischen 3000 und 4000 Kilometer Trockensteinmauern beherbergt das Wallis. ZVG

Von den rund fünfzig angebauten Rebsorten sind nicht weniger als zwölf alte einheimische Sorten. Zwar gelangten bereits vor dem 19. Jahrhundert exotische Rebsorten in die Walliser Rebberge, doch nur in einem geringen Mass. Mitte 19. Jahrhundert, als man zunehmend auf den kommerziellen Weinbau setzte, konnten die auch heute noch dominierenden Rebsorten Chasselas (im Wallis als Fendant bezeichnet), Pinot noir und Gamay im Wallis Wurzeln schlagen und sich gegen die bis dahin noch weit verbreiteten traditionellen Varietäten durchsetzen.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat man sich jedoch wieder vermehrt auf die eigene Weinbautradition besonnen und baut nun wieder vermehrt die alten, traditionellen Rebsorten an, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit geraten waren. Dazu gehören bei den weissen Rebsorten die Petite Arvine, die Humagne Blanche und die Amigne. Dazu kommen noch weisse Raritäten wie Gwäss, Resi, Lafnetscha und Himbertscha. Sie werden nur noch in Kleinstmengen im deutschsprachigen Oberwallis angebaut und sind wertvolle Zeugen des Weinbaus früherer Zeiten. Von den roten Traditionsvarietäten konnten besonders der Cornalin und der Humagne Rouge ein beeindruckendes Comeback feiern.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Rudolf Trefzer