Wenn Christen und Muslime fasten

Christen fasten 40 Tage vor Ostern. Sie mässigen sich beim Essen und verzichten freiwillig auf bestimmte Genussmittel wie Schokolade oder Alkohol. Muslime fasten im Fastenmonat Ramadan und essen wenn es dunkel ist. Radio SRF 1 macht aus ernährungstechnischer Sicht den Fasten-Vergleich.

Leerer Teller
Bildlegende: Sich zu mässigen und auf Alkohol oder Schokolade zu verzichten, findet die Ernährungsexpertin gut. Colourbox

«Das Fasten vor Ostern macht durchaus Sinn», ist Beatrice Conrad, SRF-Ernährungsexpertin, überzeugt. Wir würden sowieso im Überfluss leben. Verzichtet jemand 40 Tage lang auf Fleisch, so rät die Ernährungsexpertin besonders auf die Einnahme von genügend Protein zu achten. Auf dem Speisezettel sollten dann mehr Käse, Tofu, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Soja stehen.

Sich zu mässigen und beispielsweise auf Alkohol oder Schokolade zu verzichten, findet Conrad gut. «Allerdings kann sich zu viel Zurückhaltung ins Gegenteil verkehren und man haut dann so richtig rein», weiss die Expertin aus ihrer Praxis. Bei übergewichtigen Menschen ist Vorsicht geboten. Wenn sie fasten, kann das zu Heisshungerattacken führen.

Das gleiche gilt für das Fasten während des Ramadan. Während dem Fastenmonat und nicht länger kann ein Nahrungsverzicht tagsüber bei normalgewichtigen Menschen aus religiösen Motiven durchaus Sinn machen, sagt Conrad. Muslimen ist es während des Ramadan auch nicht erlaubt, tagsüber zu trinken. «Führt jemand eine sitzende Tätigkeit aus, dann kann während einer bestimmten Zeit auf das Trinken tagsüber verzichtet werden», sagt die Expertin. Das gilt natürlich nicht, wenn Sport getrieben wird oder anstrengende Arbeiten anstehen.

Generell rät die Ernährungsexpertin übergewichtigen Menschen vom Fasten ab, da der Nahrungsverzicht zum erwähnten Heisshunger führt. «Statt sich 40 Tagen streng zurückzuhalten, empfehle ich, sich besser für den Rest des Jahres Gedanken zu machen, was man isst. Und das kann dann auch mal ein Häuschen Schokolade sein», sagt Beatrice Conrad.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Regula Zehnder